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Telekommunikation : Blackstone verkauft Kabel BW an Investor EQT

  • Aktualisiert am

Die Telekom verkaufte 2001 Kabel BW an Blackstone Bild: dpa/dpaweb

Der baden-württembergische Fernsehkabelnetzbetreiber Kabel BW steht vor einem Eigentümerwechsel: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Branchenkreisen erfahren hat, will der schwedische Finanzinvestor EQT das Unternehmen vom bisherigen Eigentümer Blackstone übernehmen.

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          Der baden-württembergische Fernsehkabelnetzbetreiber Kabel BW steht vor einem Eigentümerwechsel. Wie die Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Branchenkreisen erfahren hat, will der schwedische Finanzinvestor EQT das Unternehmen vom bisherigen Eigentümer Blackstone übernehmen. Eine Einigung steht kurz bevor, der Vertrag könnte bereits am Mittwoch unterzeichnet werden. Die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Blackstone hat erst zu Wochenbeginn für Schlagzeilen gesorgt, als sie sich überraschend mit 4,5 Prozent an der Deutschen Telekom beteiligte.

          Wie zu hören ist, wird Kabel BW bei dem Verkauf mit weit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Damit dürfte Blackstone den Einsatz binnen viereinhalb Jahren vervielfacht haben, zumal der Investor das Unternehmen erst im Jahr 2005 neu verschuldete, um sich eine Dividende auszahlen zu lassen. Mit dem Kauf der Telekom-Anteile steht der Besitzerwechsel offenbar nicht im Zusammenhang. Vielmehr ist EQT vor einigen Monaten mit einem Angebot auf Blackstone zugegangen, ist zu hören. Die Schweden haben bereits in ihrem Heimatmarkt Erfahrung im Kabelgeschäft gesammelt und wollen mit dem neuen Deutschland-Chef Marcus Brennecke nun hierzulande in diese Branche vordringen. Erst Ende 2005 hat EQT den schwedischen Kabelnetzbetreiber Comhem verkauft. Weder EQT noch Blackstone waren am Dienstag abend für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Einer der größten Kabelnetzbetreiber Deutschlands

          Blackstone hat Kabel BW im September 2001 von der Telekom gekauft. Das Unternehmen ist mit über 2,3 Millionen Kunden einer der größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland. Allerdings ist Kabel BW deutlich kleiner als die Marktführer Kabel Deutschland (KDG) und Unity Media. In den vergangenen Jahren hat Kabel BW damit begonnen, seine veraltete Netzinfrastruktur aufzurüsten. Damit können die Kunden ihren Kabelanschluß nicht mehr nur zum Fernsehen, sondern auch als schnellen Internetzugang und zum Telefonieren benutzen.

          Experten sehen Kabel BW für dafür in einer vergleichsweise günstigen Ausgangsposition: Im Gegensatz zu KDG und Unity Media kontrolliert die Gesellschaft in vielen Fällen die letzten Leitungsmeter vor der Anschlußbuchse und muß sich deshalb bei der Aufrüstung nicht mit anderen Betreibern abstimmen. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Spekulationen über einen Schulterschluß von Kabel BW mit anderen Kabelkonzernen gegeben. Fachleute rechnen weiterhin mit Zusammenschlüssen im zersplitterten deutschen Kabelgeschäft. Denkbar ist nach deren Einschätzung etwa, daß EQT auf längere Sicht den Schulterschluß mit Unity Media sucht, das die Netze in Nordrhein-Westfalen und Hessen kontrolliert.

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