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Telefonieren : So tricksen Sie die 0180 aus

  • -Aktualisiert am

Wer die 0180 vorweg wählt, hat nichts von seiner Flatrate Bild: AP

Viele Hotlines kosten ordentlich Geld. Verbraucher können die hohen Gebühren aber häufig ganz einfach umgehen. Hinter den meisten Servicenummern steckt eine normale Festnetznummer. Wer sie rauskriegt, spart Geld.

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          Ein Trip nach London im Wonnemonat Mai? Das ist eine gute Idee. Schnell die Hotline der Lufthansa anrufen und nach möglichen Flügen fragen. Die 01805/838426 gewählt, schon ertönt eine sympathische Automatenstimme: "Herzlich willkommen bei Lufthansa. Zur Sicherung der Servicequalität können einzelne Gespräche zu Trainingszwecken mitgehört oder aufgezeichnet werden ..." Schon diese Ansage kostet ordentlich Geld. Denn wer eine 01805-Nummer anruft, zahlt aus dem Festnetz 14 Cent pro Minute. Dagegen hilft auch keine Billigvorwahl. Und mit dem Handy ist es noch teurer: Mancher Anbieter verlangt sogar 89 Cent pro Minute.

          Umso ärgerlicher ist es, in der Warteschleife zu landen. Die Lufthansa will von ihren Kunden, dass sie sich erst mal per Tastendruck selbst zum richtigen Mitarbeiter verbinden. Nach zwei Minuten ist es endlich so weit: Am anderen Ende der Leitung spricht ein Mensch. Abflugzeiten und Preise sind schnell erfragt. Insgesamt hat das Gespräch fünf Minuten gedauert. Macht 70 Cent. Mit dem Handy sogar fast 5 Euro. Das ist ordentlich - vor allem für eine Nummer, die eigentlich mal billig sein sollte.

          Als günstige Servicenummern eingeführt

          Denn anders als die teuren 0900- (früher 0190-)Nummern, die bis zu 3 Euro pro Minute kosten, sind die 0180-Nummern in den neunziger Jahren als besonders günstige Servicenummern eingeführt worden. Der Anrufer sollte dabei sogar Geld sparen. Denn damals herrschte auf dem Telekommunikationsmarkt noch das Monopol der Telekom. Ein Ferngespräch kostete zu diesen Zeiten tagsüber 60 Pfennig, umgerechnet 30 Cent pro Minute. Dagegen waren die 0180-Nummern richtig günstig, denn die Telefongebühren wurden zwischen dem Anrufer und dem angerufenen Unternehmen geteilt. "Angesichts der heutigen Telefonpreise ist diese Funktion jetzt nicht mehr so notwendig wie damals", sagt ein Sprecher der Bundesnetzagentur etwas verklausuliert. Man könnte auch sagen: Die 0180-Nummern sind ein Relikt aus alten Zeiten und heute viel zu teuer.

          Bild: F.A.Z.

          Und ein Ärgernis für viele: nicht nur für Handynutzer, sondern auch für Festnetztelefonierer. Wer eine Flatrate hat, für den sind die Kosten der Nummern besonders happig. Denn für die Vorwahl 0180 gelten Flatrates normalerweise nicht. Trotzdem gibt es immer mehr 0180-Nummern. Viele Firmen und sogar Verbände haben eine, auch der ADAC und sogar die Arbeitsagentur. Ende 2007 gab es deutschlandweit mehr als 140000 dieser Nummern, davon wurden fast 10000 allein im vergangenen Jahr eingerichtet. Das hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos auf den Plan gerufen: Er hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Kosten transparenter machen und senken soll. Es soll bald kostenlose Warteschleifen geben. Und vom Handy aus sollen die Anrufe höchstens 28 Cent pro Minute oder 40 Cent pro Gespräch kosten.

          Auf der Homepage nach dem Impressum suchen

          Die Unternehmen werden immer noch genug an ihren Hotlines verdienen. Denn wenn sie eine 0180-Nummer haben, bekommen sie von der Telefonfirma unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte "Werbekostenzuschüsse". Das bedeutet, dass die Angerufenen für jedes Gespräch etwa 6 Cent pro Minute bekommen. Das läppert sich. Und lässt sich auch durch mehr Kostentransparenz nicht verhindern.

          Verbraucher können die hohen Gebühren in vielen Fällen allerdings ganz einfach umgehen. Der Trick: Auf der Homepage des jeweiligen Unternehmens nach dem Impressum suchen - und schauen, ob dort eine Festnetznummer steht. Häufig ist dies eine gute Alternative zur groß gedruckten Hotline. Oft landet der Anrufer an der gleichen Stelle. Oder er lässt sich von der Zentrale weiterverbinden.

          Noch einfacher geht es mit dem "0180-Telefonbuch" des Online-Magazins Teltarif: Auf der Internetseite www.tk-anbieter.de/0180/ finden sich mehr als 6000 Alternativnummern zu den 0180-Nummern. Nur die teuren 0900-Nummern lassen sich nicht umgehen. Das Telefonbuch wird von Internetnutzern ergänzt und kommentiert. "Die Resonanz ist groß", sagt eine Teltarif-Sprecherin. Allein in den vergangenen 30 Tagen seien 150 neue Einträge hinzugekommen. Viele Unternehmen stellen ihren Kunden inzwischen sogar von sich aus alternative Festnetznummern zur Verfügung: die Maritim Hotels etwa und die Fondsgesellschaft DWS. Andere Firmen dagegen beschweren sich sogar bei Teltarif, weil sie ihre Festnetznummer dort nicht veröffentlicht sehen wollen.

          Einige schalten auch einfach auf stur: Der Ticketanbieter Eventim beispielsweise lässt sich unter der Festnetznummer einfach keine Informationen zu Konzertkarten entlocken. Die Dame verweist freundlich auf die Hotline: Vorwahl 01805.

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