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Teamviewer : Hunderte Millionen für ein deutsches Start-Up aus der Provinz

Der Sitz von Permira in Frankfurt Bild: Jockisch, Anna

Teamviewer ist ein Programm, mit dem Studenten die Computer ihrer Eltern reparieren können. Es stammt aus dem tiefen Schwaben. Jetzt verkaufen die Eigner das Start-Up für Hunderte Millionen Euro.

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          Es ist eine beachtliche Wachstumsgeschichte: ein Start-up aus der süddeutschen Provinz, das für Hunderte Millionen Euro den Besitzer wechselt. Teamviewer mit Sitz in Göppingen, 2005 gegründet, wird vom Finanzinvestor Permira übernommen und dabei nach Informationen aus der Finanzbranche mit 800 Millionen Euro bewertet. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, soll die Transaktion am kommenden Dienstag abgeschlossen werden.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Teamviewer, bisher im Besitz des Software-Herstellers GFI, stellt Wartungssoftware für kleine und mittlere Unternehmen her und bezeichnet sich selbst als Marktführer auf diesem Gebiet. Kunden können die Software über das Internet herunterladen, um aus der Ferne technische Probleme zu beheben oder beheben zu lassen. Das funktioniert nicht nur für Unternehmen. Es gibt auch eine kostenlose Version zur Privatnutzung, mit der beispielsweise erwachsene Kinder die Computer ihrer Eltern warten können. Nach Angaben des Unternehmens ist das Teamviewer-Programm auf mehr als 500 Millionen Rechnern und mobilen Geräten installiert und wird von 130 Millionen Nutzern in 100 Ländern angewendet.

          Nach der Übernahme, über die auch das „Wall Street Journal“ berichtet, hat Permira angekündigt, Teamviewers Wachstumspläne zu unterstützen: Namentlich will das Unternehmen die Kundenbasis in Westeuropa und Nordamerika besser erschließen, aber auch in Schwellenländern expandieren. Permira hat sich in der Vergangenheit bereits in IT-Unternehmen eingekauft, unter anderem in den Softwareanbieter Genesys.

          Permira holt das Geld für die Akquisition aus seinem kürzlich geschlossenen Fonds V, für den das Private-Equity-Haus 5,3 Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt hatte. Aus diesem Fonds wurden noch fünf weitere Transaktionen finanziert, unter anderem die Beteiligung am deutschen Chemieanbieter CABB. Insgesamt ruft Permira für dieses halbe Dutzend Transaktionen gut ein Viertel des Kapitals aus dem Fonds V ab.

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