https://www.faz.net/-gqe-7r85k

Teamviewer : Hunderte Millionen für ein deutsches Start-Up aus der Provinz

Der Sitz von Permira in Frankfurt Bild: Jockisch, Anna

Teamviewer ist ein Programm, mit dem Studenten die Computer ihrer Eltern reparieren können. Es stammt aus dem tiefen Schwaben. Jetzt verkaufen die Eigner das Start-Up für Hunderte Millionen Euro.

          1 Min.

          Es ist eine beachtliche Wachstumsgeschichte: ein Start-up aus der süddeutschen Provinz, das für Hunderte Millionen Euro den Besitzer wechselt. Teamviewer mit Sitz in Göppingen, 2005 gegründet, wird vom Finanzinvestor Permira übernommen und dabei nach Informationen aus der Finanzbranche mit 800 Millionen Euro bewertet. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, soll die Transaktion am kommenden Dienstag abgeschlossen werden.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Teamviewer, bisher im Besitz des Software-Herstellers GFI, stellt Wartungssoftware für kleine und mittlere Unternehmen her und bezeichnet sich selbst als Marktführer auf diesem Gebiet. Kunden können die Software über das Internet herunterladen, um aus der Ferne technische Probleme zu beheben oder beheben zu lassen. Das funktioniert nicht nur für Unternehmen. Es gibt auch eine kostenlose Version zur Privatnutzung, mit der beispielsweise erwachsene Kinder die Computer ihrer Eltern warten können. Nach Angaben des Unternehmens ist das Teamviewer-Programm auf mehr als 500 Millionen Rechnern und mobilen Geräten installiert und wird von 130 Millionen Nutzern in 100 Ländern angewendet.

          Nach der Übernahme, über die auch das „Wall Street Journal“ berichtet, hat Permira angekündigt, Teamviewers Wachstumspläne zu unterstützen: Namentlich will das Unternehmen die Kundenbasis in Westeuropa und Nordamerika besser erschließen, aber auch in Schwellenländern expandieren. Permira hat sich in der Vergangenheit bereits in IT-Unternehmen eingekauft, unter anderem in den Softwareanbieter Genesys.

          Permira holt das Geld für die Akquisition aus seinem kürzlich geschlossenen Fonds V, für den das Private-Equity-Haus 5,3 Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt hatte. Aus diesem Fonds wurden noch fünf weitere Transaktionen finanziert, unter anderem die Beteiligung am deutschen Chemieanbieter CABB. Insgesamt ruft Permira für dieses halbe Dutzend Transaktionen gut ein Viertel des Kapitals aus dem Fonds V ab.

          Weitere Themen

          Hannover Messe Digital Video-Seite öffnen

          Livestream : Hannover Messe Digital

          Die Hannover Messe ist normalerweise die größte Industrieschau der Welt und beginnt am Montag wegen der Corona-Krise als reines Digitalformat. Verfolgen Sie die Veranstaltungen im Livestream.

          Britische Wirtschaft erholt sich leicht

          Konjunktur : Britische Wirtschaft erholt sich leicht

          Corona und Brexit hatten die Konjunktur in Großbritannien zuletzt deutlich im Griff. Nun zeigen die Zahlen wieder in die richtige Richtung. Doch Zuversicht bleibt noch aus.

          Topmeldungen

          „Harmonie“ und „Stabilität“: Dieses Bild veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua 2018 von einem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der chinesischen Provinz Heilongjiang.

          Landrechte in China : Der Selbstmordanschlag, der keiner sein durfte

          Weil er sein Land nicht mehr nutzen durfte, sprengte sich ein Bauer in China in die Luft. Konflikte um Landrechte gibt es dort tausendfach. Doch sie passen nicht ins Bild von „Harmonie und Stabilität“.
          Wollte nicht auf  einen Weißen Ritter  warten: Yvonne von Langsdorff   hat für ihre Hausgemeinschaft den Immobilienkauf in der Zossener Straße in Berlin-Kreuzberg organisiert.

          Wohnungsmarkt : So funktioniert der Mieterkauf

          Wird das Haus ­verkauft, fürchten viele Mieter den Verlust der ­Wohnung. Dabei haben sie oft ein Vorkaufsrecht. Selbst fehlendes Eigenkapital muss kein ­Hindernis sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.