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Suchabfragen 2013 : Dieter Zetsche ist der Google-König

Der Name „Dieter Zetsche“ wurde 2013 besonders häufig gesucht Bild: AP

Der Internetkonzern Google hat für die F.A.Z. ausgewertet, welcher Manager eines Dax-Unternehmens 2013 am häufigsten gesucht wurde. Der Gewinner heißt Dieter Zetsche - woran liegt das?

          Die Menschen interessieren sich für Liebschaften, sie wollen alles über Ränkespiele wissen, über prominente Paare, Glück und Unglück. Weniger spannend sind Leute, die einfach nur ihre Arbeit erledigen. Das ist die einfache Begründung dafür, warum es der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche in diesem Jahr mit einem großen Satz in einer besonderen Liste auf Platz eins geschafft hat.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Denn der Internetkonzern Google hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ausgewertet, nach welchem Namen in seiner Suchmaschine 2013 unter den Vorstandsvorsitzenden der im Aktienindex Dax vertretenen Unternehmen am häufigsten gesucht worden ist. Zetsche war 2012 noch auf Platz fünf zu finden - und in diesem Jahr dürfte die inzwischen schon wieder gelöste Verbindung mit der Fernsehmoderatorin Désirée Nosbusch dafür gesorgt haben, dass er alle Kollegen hinter sich gelassen hat.

          Eine Frau war bei Joe Kaeser und seinem Aufstieg vom Finanzvorstand zum Siemens-Vorstandsvorsitzenden nicht im Spiel, wohl aber schlechte Stimmung, ein Vorgänger, der zunächst nicht freiwillig gehen wollte, ein Streit im Aufsichtsrat, Gerüchte und Unterstellungen, also alles, was eine Manager-Seifenoper ausmacht. Der Lohn: Platz zwei in der Google-Suchliste, nach einem abgeschlagenen 18. Platz im Jahr zuvor.

          Deshalb musste René Obermann einen Platz nach unten rutschen, aber grundsätzlich ist der scheidende Vorstandsvorsitzende der Telekom unter den Internetsuchern weiter beliebt. Naheliegenderweise dürfte einer der Gründe seine Ehefrau sein, die Fernsehmoderatorin Maybrit Illner. Gewollt ist eine solche Aufmerksamkeit indes nicht - und gewiss wäre auch Zetsche froh, wenn nur seine Automodelle dafür gesorgt hätten, dass auch er selbst interessanter geworden ist.

          Bestenlisten, die den Geist der Zeit widerspiegeln

          Insofern dürfte Anshu Jain, der Ko-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, den Google-Nutzern dankbar sein, dass er den Spitzenplatz aus 2012 nun dem Automann aus Stuttgart überlassen durfte. Für Jain ging es von ganz oben sogleich auf den fünften Platz abwärts, den zuvor Zetsche innehatte. Offenbar ist das Interesse der Deutschen am Bankchef mit den indischen Wurzeln ein wenig abgekühlt, was für seinen Kollegen im Amt des Ko-Vorstandsvorsitzenden nicht gilt: Jürgen Fitschen stand zwar nie ganz oben, aber die Plazierung hat sich auch nur von Platz sechs auf Platz sieben verschoben.

          Man merkt, dass es vor allem Fitschen ist, der für die Deutsche Bank im Heimatland spricht. Und das Institut hat immer noch genug Sorgen an verschiedensten juristischen Fronten bis hin zu Auseinandersetzungen mit der Politik, die Fitschen auch als Bankenpräsident führt und die ihm zuletzt ein Verbalgefecht mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eingebracht haben.

          Was uns Google zeigt

          Da unter den Dax-30-Vorstandsvorsitzenden nach wie vor keine Frau zu finden ist, taucht auch keine von ihnen in der Hitparade der Suchanfragen auf. Wenn man den Kreis aber erweitert, zeigt sich, dass die Deutschen gehöriges Interesse an Julia Jäkel haben, der Vorstandsvorsitzenden von Gruner + Jahr. Das könnte jedoch zu einem nicht geringen Teil auch daran liegen, dass Jäkel mit Ulrich Wickert verheiratet ist, den sehr viel mehr Deutsche kennen als Jäkel, nämlich in seiner ehemaligen Funktion als Tagesthemen-Moderator.

          Zusätzlich mag es aber auch eine Rolle spielen, dass Jäkel für ein sehr bekanntes Medienunternehmen arbeitet. Wenn man so etwas nicht zu bieten hat, sieht es, je nach Perspektive, gut oder schlecht aus: Unter die Top 20 schafft es zum Beispiel gar nicht mehr Marijn Deckers von Bayer. Er bietet der Öffentlichkeit keine Skandale, bei ihm stimmen einfach nur die Zahlen, das Unternehmen funktioniert. Die Kommunikationsabteilung wird begeistert sein.

          Google hat noch sehr viel mehr Bestenlisten ausgewertet, die den Geist der Zeit widerspiegeln sollen. Sie werden am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert.

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