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Stuxnet-Virus : Unternehmen und Staaten im Cyberkrieg

  • -Aktualisiert am

Amerikas oberster Cyber-General: Keith Alexander Bild: AFP

Vernetzte Computer können zum Risiko werden: Unternehmen haben das bei „Stuxnet“ schmerzlich erfahren. Nun rüsten auch Staaten auf: In Amerika hat das „United States Cyber Command“ die Arbeit aufgenommen.

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          Was früher Fiktion war, wird nun Realität: In den Vereinigten Staaten arbeiten inzwischen Soldaten im "United States Cyber Command", in Russland gibt es beim Geheimdienst einen Rechner mit dem Namen Sorm. Dort lassen sich alle Daten finden, die über das Internet nach Russland geschickt werden oder Russland verlassen. Mit dem Computer-Wurm Stuxnet ist ein neues Computervirus bekannt geworden, das es auf die elektronischen Steuerungen der sensibelsten Industrieanlagen abgesehen hat.

          Inzwischen haben sich diverse Computer-Sicherheitsfachleute des Stuxnet-Wurms angenommen. Dabei sind sie zum einen auf Phänomene gestoßen, die für Verschwörungstheoretiker die reinste Fundgrube sind, zum anderen zeigt sich eine Dimension möglicher Bedrohungen von Unternehmen, die zuvor unvorstellbar schien.

          Finanzierung von Stuxnet weiter unklar

          Denn Stuxnet greift tief in die Steuerung von Anlagen ein und kann dabei sehr komplexe Veränderungen am betroffenen System vornehmen. Noch immer weiß niemand, wer das Geld zur Entwicklung von Stuxnet bereitgestellt hat. Sicher ist nur, dass es viel Geld gewesen sein muss, denn Stuxnet ist außerordentlich komplex.

          Doch lassen gewiss nicht uneigennützige Erkenntnisse des Unternehmens F-Secure, eines Herstellers von Computer-Sicherheitssoftware, aufhorchen. Gerade Verschwörungstheoretiker dürfte die Reminiszenz auf die Bibel und den Todestag eines jüdisch-iranischen Geschäftsmanns interessieren, die im Programmcode enthalten sind: Dort gibt es nämlich einen Bezug auf "Myrtus", also die biblische Pflanze Myrte.

          Stoff für Verschwörungstheorien

          Und ob Stuxnet einen Rechner schon infiziert hat erkennt man daran, dass der Wurm seine Infektionen anhand eines Registrierungsschlüssels und dem Wert "19790509" markiert. Der Zahlencode steht dabei für ein Datum, den 9. Mai 1979. An diesem Tag wurde aber auch ein jüdisch-iranischer Geschäftsmann mit dem Namen Habib Elghanian wegen angeblicher Industriespionage für Israel im Iran exekutiert.

          Auch bei F-Secure heißt es allerdings, daraus könne man noch keine hieb- und stichfesten Rückschlüsse auf den Urheber des Wurms ziehen. Denn "Myrtus" könnte noch eine andere Bedeutung haben, beispielsweise getrennt voneinander gelesen als "My RTUs". RTU ist eine Abkürzung für "Remote Terminal Units", wie sie in Industrieanlagen zum Einsatz kommen.

          Für Laien ein Thriller, für Unternehmen neue Sorgen

          Und das Datum könnte einfach nur der Geburtstag eines der Stuxnet-Autoren sein. Für den Laien liest sich so etwas wie Stoff aus einem Thriller. Für alle, die in Unternehmen für die Computersicherheit verantwortlich sind, gibt es mit Stuxnet aber schon wieder viele neue Sorgen.

          „Stuxnet könnte Motoren überhitzen, Förderbänder anhalten oder Pumpen abschalten und damit eine ganze Anlage lahm legen. Mit den richtigen Modifikationen könnte Stuxnet auch Gegenstände zur Explosion bringen“, hat Mikko Hyppönen, der Chief Research Officer von F-Secure, festgestellt.

          Virus vervielfältigt sich selbstständig

          Der Wurm nutzte gleich mehrere Schwachstellen für die Infektion eines Systems aus und kopiert zudem eigene Treiber auf das infizierte System. „Wurm“ heißt Stuxnet übrigens deshalb, weil das Virus, wenn es einmal über einen USB-Speicherstick auf einem betroffenen System gelandet ist, sich selbstständig über Netzwerklaufwerke vervielfältigt.

          Nach Angaben von Hyppönen hat Stuxnet bis jetzt einige Hunderttausend Computer infiziert, auch wenn Siemens, der Herstellers der betroffenen Steuerungssoftware, „nur“ von 15 betroffenen Industrieanlagen spricht.

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