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Studi VZ : „Wir sind einen Schritt weiter“

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Oliver Samwer Bild: Christian Thiel

Oliver Samwer war mit seinen Brüdern am Studentennetzwerk Studi VZ beteiligt. Vor kurzem hat der Holzbrinck-Verlag die Internetplattform gekauft. Warum gerade jetzt? Und warum für so viel Geld? Darüber berichtet Samwer im F.A.Z.-Interview.

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          Oliver Samwer war mit seinen Brüdern am Studentennetzwerk Studi VZ beteiligt. Vor kurzem hat der Holzbrinck-Verlag die Internetplattform gekauft. Warum gerade jetzt? Und warum für so viel Geld? Darüber berichtet Samwer im F.A.Z.-Interview.

          Herr Samwer, Sie und Ihre Brüder waren am Studentennetzwerk Studi VZ beteiligt, das gerade vom Holtzbrinck-Verlag gekauft wurde. Wieso haben Sie jetzt verkauft? Geht es nicht gerade erst los?

          Das Wachstum von Studi VZ in Deutschland ist explodiert. Wir wollten europaweit expandieren, aber dafür hätten wir mindestens 10 Millionen Euro einsammeln müssen. Wir brauchten einen strategischen Partner oder Investoren. Es ist bei den Netzwerken so, dass jetzt Europa aufgeteilt wird. Wir konnten nicht warten. Auch der amerikanische Konkurrent Facebook will in den Markt kommen.

          Der Kaufpreis soll bei rund 50 Millionen Euro gelegen haben. Warum zahlt ein Medienunternehmen so viel für eine Firma, die gar kein Geld verdient, die nicht einmal Umsätze hat?

          Es gab sogar mehrere Interessenten für Studi VZ. Wir konnten uns einen aussuchen. Ganz wichtig ist, dass Online-Werbung heute ein bewiesenes Geschäftsmodell ist. Das war vor einigen Jahren noch nicht klar. Es ist möglich, mit Studi VZ Geld zu verdienen, indem man dort Werbung schaltet. Man braucht nicht einmal viele große Banner, denn Studi VZ selbst hat keine Marketingkosten. Web 2.0 steht für virales Marketing, Nutzer werben Nutzer, das kostet nichts. Dafür braucht man natürlich erst mal Nutzer. Deswegen ist es wichtig, sich zuerst darauf zu konzentrieren, die Leute zu bekommen.

          Können die Deutschen überhaupt Internetfirmen aufbauen? Nach der ersten Gründungswelle Ende der neunziger Jahre sind fast nur amerikanische Unternehmen übriggeblieben.

          1998 wäre Studi VZ beim amerikanischen Konkurrenten Facebook gelandet, man hätte fusioniert. Wir sind einen Schritt weiter als damals. Jetzt waren auch deutsche Medienunternehmen interessiert. Die lokalen Spieler werden aktiv, auch in England. Das ist wichtig, denn die europäischen Medienunternehmen hatten den Trend Ende der neunziger Jahre verschlafen. Kein deutsches Medienunternehmen hat es geschafft, richtig vom Internet zu profitieren. Sie müssen jetzt einsteigen, sonst verpassen sie es komplett. Holtzbrinck, Burda sind besonders aktiv, bei den Fernsehunternehmen ist es Pro Sieben Sat.1.

          Die Gründer von Studi VZ haben die Geschäftsidee vom amerikanischen Facebook abgeguckt. Wo bleiben die deutschen Ideen?

          Silicon Valley wird in Deutschland natürlich nicht innerhalb von zehn Jahren nachgebaut, aber wir sind auf einem deutlich besseren Weg als 1998. Das zeigt Open BC, die gleichzeitig mit ihrem amerikanischen Konkurrenten LinkedIn entstanden ist. Auch bei Anwendungen fürs Handy sind wir schnell. Bei Online-Spielen sind wir in Europa erfolgreicher als in den Vereinigten Staaten.

          Was tut sich als Nächstes im Internet?

          Wir glauben, dass Video noch viel größer wird, als je jemand gedacht hat. Fernsehen wird demokratischer durch das Internet. Der Fernseher wird überflüssig, der Computer stattdessen aufgemotzt.

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