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Streit um Auslagerungen : Tarifverhandlungen bei der Telekom gescheitert

  • Aktualisiert am

Es droht ein Streik Bild: dpa

Telekom und Verdi haben die Verhandlungen über die Auslagerung von 50.000 Jobs abgebrochen. Der Verdi-Vertreter sagte, auch ein neues Angebot der Telekom sei nicht verhandlungsfähig. Streiks werden dadurch immer wahrscheinlicher.

          Die Telekom und die Gewerkschaft Verdi haben die Verhandlungen über die Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern abgebrochen. Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte am Donnerstag, auch ein neues Angebot der Telekom sei nicht verhandlungsfähig. Die Gewerkschaft werde für Freitag nächster Woche die Große Tarifkommission einberufen, um über eine Urabstimmung und Arbeitskampf zu beraten.

          Das letzte Telekom-Angebot hatte nach Angaben Schröders Lohnkürzungen von 9 statt bisher 12 Prozent sowie eine Verlängerung des Kündigungschutzes um ein weiteres Jahr bis 2011 enthalten.

          Über Urabstimmung wird nächste Woche entschieden

          Verdi kündigte die Ausweitung der Protestaktionen an. Er sehe wenig Chancen für eine Einigung, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. „Inhaltlich sind wir weit von einer Verständigung entfernt.“ Der Bonner Konzern steuert nun auf die größte Auseinandersetzung seit der Privatisierung im Jahr 1995 zu. Am Freitag kommender Woche soll die Große Tarifkommission von Verdi über eine Urabstimmung entscheiden, die einen konzernweiten Arbeitskampf nach sich ziehen könnte. Auch die fünfte Verhandlungsrunde wurde von bundesweiten Warnstreiks begleitet, an denen sich laut Gewerkschaft rund 11.000 Mitarbeiter beteiligten. Eick kündigte an, dass die Telekom gegen die Protestaktionen juristische Mittel prüfen werde.

          Einknicken will das Unternehmen nicht: „Wenn der Streik sein muss, dann muss er sein“, sagte Eick. Die Telekom kann den Konzernumbau auch ohne die Zustimmung von Verdi im Alleingang umsetzten.

          Mitarbeiter sollen ausgelagert werden

          Das Unternehmen will die betroffenen Mitarbeiter in drei Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service auslagern und damit seine Kosten senken. Finanzvorstand Eick, der den Posten des Personalvorstands kommissarisch ausübt, bekräftigte, dass T-Service wie geplant zum 1. Juli gegründet wird. Die Beschäftigten sollen laut dem nachgebesserten Angebot neun Prozent weniger Lohn erhalten und mindestens 38 Stunden in der Woche arbeiten. Die Absenkung der Löhne soll stufenweise über die kommenden 30 Monate geschehen. Im Gegenzug will das Unternehmen den Kündigungsschutz bis Ende 2011 verlängern.

          Die Gesellschaft steht vor allem auf ihrem Heimatmarkt massiv unter Druck. So kündigten im vergangenen Jahr zwei Millionen Kunden ihren Festnetzanschluss bei der Telekom. Der Marktführer musste daher im Januar zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr senken.

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