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Musik aus dem Netz : 50 Millionen Menschen hören Spotify

Spotify-Gründer Daniel Ek Bild: AFP

Der Streaming-Dienst Spotify wächst in einem halben Jahr um ein Viertel. Sein Gründer tritt nun Kritikern entgegen: Spotify habe inzwischen 1,6 Milliarden Euro an Künstler ausgeschüttet.

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          Jede Musikepoche hat ihre Feindbilder. In den achtziger Jahren waren es die Musikvideos, die angeblich die Stars der Radio-Ära kaputt machen - so sang es jedenfalls die britische Band „The Buggles“ in ihrem Hit „Video Killed The Radio Stars“. Für manche Musiker von heute gilt der Musikdienst Spotify als Totengräber ihrer Kunst.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor kurzem hatte etwa die Sängerin Taylor Swift angekündigt, ihre Alben nicht mehr über das Streaming-Angebot bereitzustellen, mit dem Kunden die Musik in Echtzeit über die Internetverbindung abrufen können. Zwar gab es von Swift bis heute keine Begründung für den Schritt. Doch hatten sich in der Vergangenheit schon andere Künstler über Spotify beschwert - und manche sind bis heute nicht bei dem Dienst vertreten, weil sie glauben, dass Streaming-Dienste ihrer Branche schaden.

          Diesem Ruf ist nun der Spotify-Gründer Daniel Ek entgegengetreten. Am Dienstag gab Ek in einem Blogbeitrag auf der Internetseite des Unternehmens neue Geschäftszahlen bekannt. Demnach nutzen inzwischen 50 Millionen Menschen Spotify, davon bezahlen 12,5 Millionen. In Deutschland zahlen Abonnenten zum Beispiel rund 120 Euro im Jahr. Der Rest nutzt die kostenfreie Version des Dienstes, die allerdings durch Werbeeinblendungen zwischen einzelnen Liedern finanziert wird.

          Insgesamt habe Spotify seit seiner Gründung im Jahr 2008 Lizenzgebühren in Höhe von umgerechnet 1,61 Milliarden Euro an die Musikindustrie und Künstler ausgeschüttet, die Hälfte davon in diesem Jahr. Den Zahlen zufolge hat das Unternehmen im vergangenen halben Jahr ein beachtliches Nutzerwachstum von 25 Prozent hingelegt: Im Mai hörten nach Unternehmensangaben noch 40 Millionen über den Dienst Musik, davon waren 10 Millionen zahlende Kunden.

          In seinem Beitrag gab Ek zu bedenken, dass Spotify aus dem Gedanken heraus gegründet worden sei, dass Piraterie im Internet die Musik bedrohe. Spotify arbeite Tag und Nacht daran, jenes Geld für Künstler zurückzugewinnen, dass illegale Nutzung von ihnen stiehlt. Es ärgere ihn, dass immer wieder gesagt werde, Spotify mache Geld auf Kosten der Musiker. Gerade für Top-Stars wie Taylor Swift sei das nicht der Fall. An Künstler dieser Kategorie zahle Spotify derzeit 6 Millionen Dollar im Jahr aus. Ek zitierte auch den Produzenten und Musiker Quincy Jones. Jones hatte in der vergangenen Woche über das soziale Netzwerk Facebook eine Lanze für Spotify gebrochen. „Spotify ist nicht der Feind; Piraterie ist der Feind“, schrieb Jones damals. „Ich will, dass die Künstler verstehen: Unsere Interessen stimmen mit euren überein“, schloss Ek.

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