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Starker Wachstumsmarkt : IBM stockt Investition in Indien drastisch auf

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Eine spektakuläre Ankündigung bewegt die Computerbranche: IBM will in den kommenden drei Jahren seine Investitionen in Indien auf sechs Milliarden Dollar verdreifachen. Damit stellt der Konzern die Konkurrenz deutlich in den Schatten.

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          Der amerikanische Computer- und Beratungskonzern International Business Machines (IBM) Corp. hat mit einer spektakulären Ankündigung die wachsende Bedeutung von Indien als Standort für ausländische Großkonzerne unterstrichen: Das Unternehmen will in den kommenden drei Jahren seine Investitionen in Indien auf 6 Milliarden Dollar verdreifachen. Mit diesem Betrag stößt IBM in eine neue Dimension vor und stellt Expansionspläne anderer internationaler Konzerne in Indien klar in den Schatten. IBM-Vorstandschef Samuel Palmisano gab die Investition vor 10.000 Mitarbeitern am IBM-Standort in Bangalore im Beisein des indischen Präsidenten Abdul Kalam bekannt.

          IBM ist schon mit dem niedrigeren Budget in Indien rasant gewachsen und ist heute der größte ausländische Arbeitgeber in dem Land (siehe Grafik). Weltweit beschäftigt IBM derzeit 329.000 Mitarbeiter, Indien steht damit für 13 Prozent der gesamten Belegschaft. In den westlichen Hochlohnländern streicht das Unternehmen Stellen. Im vergangenen Jahr brachte IBM ein Restrukturierungprogramm mit dem Abbau von insgesamt 14.500 Stellen auf den Weg, ein großer Teil davon entfiel auf Europa. In Deutschland hat IBM seine Belegschaft um 2000 Mitarbeiter reduziert. Zum Jahresende 2005 beschäftigte das Unternehmen hierzulande nach eigenen Angaben 22.000 Mitarbeiter. In Indien arbeiten damit heute fast doppelt so viele Menschen für IBM wie in Deutschland.

          Attraktivität durch hohe Wachstumsraten

          Andere amerikanische Technologiekonzerne haben zuletzt ebenfalls deutlich höhere Investitionen in Indien angekündigt, wenngleich in geringerem Umfang. Die rasante Expansion führt zu einem verstärkten Konkurrenzkampf um qualifiziertes Personal, zumal auch die einheimischen Unternehmen schnell wachsen. So will das indische Softwareunternehmen Tata in diesem Jahr 30.000 Mitarbeiter einstellen, der Wettbewerber Infosys will seine Belegschaft um 25.000 Personen aufstocken. Indien gehört für IBM zu den wachstumsstärksten Märkten. Im ersten Quartal hat das Unternehmen hier seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent ausgebaut, der genaue Betrag wurde aber nicht genannt. Weltweit lag das Wachstum von IBM im ersten Quartal währungsbereinigt bei 4 Prozent.

          Der deutsche Softwarekonzern SAP hat erst vergangene Woche eine weitgehende Partnerschaft mit Tata geschlossen, einem vertriebsstarken Unternehmen. Absolut gesehen liegt Indien in den Länderranglisten von SAP weit hinter den großen Märkten wie Amerika und Europa zurück. Doch die zu erwartenden Wachstumsraten von 30 Prozent und mehr machen den Subkontinent neben China zum attraktiven Zukunftsmarkt. Während der indische Markt sozusagen noch im Entwicklungsstadium ist, hat Indien als Produktions- und Forschungsstandort für SAP schon seit Jahren Gewicht. Das größte Forschungslabor außerhalb Deutschlands steht in Bangalore. Derzeit arbeiten dort 1800 Inder für SAP, das Gros in der Softwareentwicklung. In Zukunft soll die Belegschaft auf 3400 Mitarbeiter steigen.

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