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Sprachlern-App Babbel : Eine Million zahlende Sprachschüler

Sprachen lernen per Tablet-Rechner. Bild: Stefan Finger

Die Lernanwendung Babbel veröffentlicht erstmals Nutzerzahlen. Die erste Kundenmillion soll nur der Anfang sein.

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          Die Gründer der Berliner Lesson Nine GmbH ahnten schon nach einem Jahr, dass sie mit ihrer Sprachlernanwendung namens Babbel viele Nutzer erreichen können. Im Januar vor acht Jahren war Babbel gestartet, und nach zwölf Monaten verzeichnete das damals noch internetbasierte Lernprogramm schon mehr als 100.000 Nutzer - die aber für das zu dieser Zeit kostenfreie Produkt nicht bezahlten.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kein Jahrzehnt später hat Babbel einen wichtigeren Meilenstein erreicht. Nach Angaben des Unternehmens lernen über die Anwendung inzwischen mehr als eine Million Menschen rund um die Welt Sprachen - und bezahlen dafür auch Abonnementgebühren.

          Über den erwirtschafteten Umsatz schweigt sich Babbel weiter aus. Jedoch lassen sich die möglichen Erlöse hochrechnen. Je nach Dauer eines Abonnements kostet ein Monat Sprachenlernen über die Anwendung zwischen 4,95 Euro und 9,95 Euro. Bleibt die nun erreichte Zahl aktiver Nutzer stabil, könnten in diesem Jahr folglich zwischen rund 59 Millionen Euro und 119 Millionen Euro in die Kasse fließen. Wächst die Nutzerzahl weiter, erhöhen sich die Erlöse.

          Babbel kratze an der Oberfläche von dem, was möglich sei, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Markus Witte. „Vergleicht man, was andere Online-Abomodelle, etwa im Unterhaltungssegment, an Nutzerzahlen erreichen, ist ein Vielfaches davon möglich.“ Die Gewinnschwelle hat das Unternehmen noch nicht erreicht.

          Andere Anbieter überholt

          Fest steht, dass Babbel etablierte Spieler auf dem Online-Sprachlernmarkt hinter sich gelassen hat, was die Nutzerzahl betrifft. So wies das börsennotierte amerikanische Unternehmen Rosetta Stone für das vorvergangene Jahr rund 170.000 zahlende Online-Nutzer aus. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Der Größenvergleich ist Witte indes nicht so wichtig. „Wir sind immer noch in der Situation, in der potentielle Kunden nicht ein anderes Produkt verwenden, sondern gar nicht Sprachen lernen.“

          Babbel ist inzwischen rund um die Welt verfügbar. Deutschland ist nach Angaben des Unternehmens weiter der wichtigste Einzelmarkt. Allerdings erzielt das Unternehmen den Großteil seiner Erlöse außerhalb des Landes. Mit der App können sich Nutzer von sieben Ausgangssprachen aus - zum Beispiel Deutsch, Französisch oder Englisch - 14 zu lernende Sprachen erschließen.

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