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Musikstreaming : Spotify bietet Alben nur für Premium-Nutzer an

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Angesagt wie nie: Ed Sheeran hat 42,2 Millionen Hörer im Monat. Bild: AFP

Der schwedische Musikstreamingdienst Spotify hat einen neuen Vertrag mit dem Musikverlag Universal geschlossen. Das hat Auswirkungen auf die Kunden.

          Für Kunden des Musikstreamingdienstes Spotify verändert sich etwas: In Zukunft könnte es passieren, dass zuerst nur die zahlenden „Premium“-Kunden Alben von Künstlern hören können, die bei der Plattenfirma Universal Music Group (UMG) unter Vertrag stehen. Das amerikanische Musiklabel ist neben Sony Music und Warner Music eines der größten der Welt, es verwaltet die Rechte etwa von den Beatles, Lady Gaga oder Rammstein.

          Nun hat Spotify vertraglich zugesichert, dass UMG für den Zeitraum von zwei Wochen die Alben von Künstlern nur an zahlende Kunden ausspielen kann. Das war früher undenkbar für den schwedischen Musikstreamingdienst, der seinen mehr als 100 Millionen Nutzern im Gegenzug für Werbeeinblendungen auch kostenlos Musik angeboten hat. „Wir haben hart mit UMG daran gearbeitet, eine neue, flexible Veröffentlichungspolitik zu entwickeln“, lässt sich Spotify-Chef Daniel Ek in einer Mitteilung zitieren. Ein Spotify-Sprecher sagte auf Anfrage der F.A.Z.: „Das ist definitiv ein Entgegenkommen von unserer Seite.“

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          Für die Musiklabels ist solch eine Regelung nützlich, weil sie so viel besser steuern können, wie sich Musik verbreitet und an welchem Punkt einer fest durchgeplanten Marketingkampagne die Künstler stehen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Ärger gegeben mit Musikern, die sich geweigert hatten, ihre Musik auf Streamingplattformen zu veröffentlichen. Taylor Swift zog ihre Alben im Jahr 2014 einst ganz von Spotify ab, die Sängerin Adele veröffentlichte ihr letztes Album zunächst in keinem Streamingdienst.

          Unstimmigkeiten gab es in der Vergangenheit auch immer wieder bei der Bezahlung von Künstlern. Die klassischen Musikverlage und die neu aufstrebenden Musikstreamingdienste waren sich häufig alles andere als einig. Der nun für mehrere Jahre geschlossene Vertrag gibt UMC laut der Mitteilung auch Zugriff auf mehr Daten als je zuvor, sodass der Verlag und die daran angeschlossenen Künstler noch mehr über die Hörer und Fans erfahren.

          Das spricht auch dafür, dass die großen Musiklabels den mit mehr als 50 Millionen zahlenden Kunden größten Musikstreamingdienst als nötigen Kooperationspartner sehen. Auf die Musikhörer könnte einiges zukommen: Denn der Vertrag mit UMC dürfte nun dazu führen, dass auch die anderen großen Plattenfirmen ihre Konditionen anpassen wollen.

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