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Software : SAP: Investitionen drücken die Margen

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          2 Min.

          Der größte europäische Softwarehersteller SAP will über den Zeitraum von zwei Jahren zu Lasten seiner Rendite zwischen 300 und 400 Millionen Euro in neue Geschäftsfelder investieren. SAP teilte am Mittwoch in Walldorf bei Heidelberg mit, die Investitionen drückten die operative Marge voraussichtlich um ein bis zwei Prozentpunkte auf 26,0 bis 27,0 Prozent. 2006 betrug diese Renditekennziffer 27,3 Prozent. Investieren will SAP in neue Geschäftsfelder und Produkte für den Mittelstand. „Es sind keine Akquisitionen geplant“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt in einer Telefonkonferenz.

          Bislang hatte SAP seine Renditekennziffern stets um die Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramm bereinigt mitgeteilt und für 2007 einen Anstieg auf 30 Prozent in Aussicht gestellt. Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal hatte Vorstandschef Henning Kagermann aber vermieden, dieses Ziel zu wiederholen. Die bereinigte operative Marge stieg 2006 um 0,5 Prozentpunkte auf 28,8 Prozent.

          Beschleunigung des Wachstums erwartet

          Im laufenden Jahr rechnet der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware mit einer Beschleunigung des Wachstums bei den Software-Verkäufen im Vergleich zu 2006. Dazu sollen unter anderem künftige Subskriptions- und sonstige softwarebezogene Serviceerlöse beispielsweise für Mietsoftware beitragen, die SAP künftig seinen Softwarelizenz-Verkäufen zuschlägt. Bei den Software- und sonstigen softwarebezogenen Serviceerlösen sei in diesem Jahr ein Wachstum ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten von 12 bis 14 Prozent zu erwarten, stellte SAP in Aussicht. Im beendeten Geschäftsjahr betrug der Zuwachs zwölf Prozent auf 6,605 Milliarden Euro.

          SAP gerät unter Druck
          SAP gerät unter Druck : Bild: AP

          Trotz einiger nicht erfüllter Ziele äußerte sich Kagermann zufrieden mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr, in dem viele neue Produkte auf den Markt gekommen seien. „Während wir nicht alle unsere für 2006 gesetzten Ziele erreichen konnten, so erzielten wir doch ein solides Wachstum“, sagte der SAP-Chef. Das Schlussquartal sei das zwölfte Vierteljahr in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten beim Software-Lizenzumsatz gewesen. Der eigene Marktanteil bei Unternehmenssoftware sei zum Jahresende 2006 weltweit um 2,8 Prozentpunkte auf 24 Prozent gewachsen.

          Analyst betrachte künftiges Wachstum skeptisch

          Mit seinen bereits Mitte Januar bekanntgegebenen Software-Verkäufen hatte SAP die Erwartungen der Analysten enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Vor allem das nach langem Boom nun stagnierende Geschäft in den Vereinigten Staaten bremste das Wachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Weltweit legten die Software-Verkäufe 2006 ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten lediglich um 13,5 Prozent, das Unternehmen selbst sich ein Plus von 15 bis 17 Prozent zugetraut.

          JP Morgan-Analyst John Segrich zeigte sich enttäuscht über die Geschäftsaussichten. „Es lässt sich relativ einfach ausrechnen, dass die Marge sinken wird“, sagte der Branchenexperte. „Schwieriger zu sagen ist, was das künftige Wachstum angeht. Ich denke, es wird geringer ausfallen, als die meisten Leute glauben.“ Dies könne zu Verunsicherung führen. Im frühen Handel notierte die SAP-Aktie fünf Prozent im Minus bei 36,44 Euro.

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