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Schutz der Privatsphäre : Google: Keine Gesichtserkennung mit Datenbrille

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Fotografieren, filmen, surfen und navigieren - all das soll mit der Datenbrille Google Glass möglich sein. Bild: dpa

Mit Googles Datenbrille „Glass“ soll künftig surfen und fotografieren direkt vor den Augen des Nutzers möglich sein. Kritiker fürchten Datenschutzrisiken aufgrund einer möglichen Gesichtserkennung. Entsprechende Apps will Google aber zunächst nicht zulassen.

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          Die Google-Brille „Glass“ gilt als das Internet-Projekt der näheren Zukunft schlechthin. Mit der Datenbrille, die eine Minikamera und einen integrierten Bildschirm hat, soll fotografieren, telefonieren und navigieren möglich sein. Doch eine Frage treibt die Menschen besonders um: Wie stellt Google sicher, dass beim die Privatsphäre der Menschen im Umfeld eines Datenbrillenträgers geschützt bleibt? Wird ein Datenbrillenträger künftig innerhalb von Sekunden die Identität seines Gegenübers im Netz aufspüren und Informationen über ihn recherchieren können? Nein, sagt nun Google und hat klargestellt: Zumindest vorerst sollen keine Apps mit Gesichtserkennungs-Funktion für die Brille zulassen werden.

          Google nahm ein ausdrückliches Verbot in die Regeln für Software-Entwickler auf. Google werde keine Gesichtserkennung zu seinen Produkten hinzufügen, bevor der Schutz der Privatsphäre gesichert sei, betonte das Unternehmen am Wochenende. „Benutzen Sie die Kamera oder das Mikrofon nicht, um Informationen, die jemand anderen als den Nutzer identifizieren, abzugleichen und sofort anzuzeigen, inklusive solcher Nutzungsszenarien wie Gesichtserkennung und Stimmmuster“, heißt es neuerdings in den Entwickler-Regeln. „Anwendungen, die das machen, werden derzeit nicht zugelassen.“

          Software-Entwickler hatten sich schon mit Gesichtserkennung befasst

          Die Computer-Brille hatte von Anfang an Datenschutz-Sorgen ausgelöst. Einige Software-Entwickler fingen bereits damit an, sich Anwendungen mit Gesichtserkennung auszudenken. Eine weitere Sorge ist, dass Glass-Träger Menschen in ihrer Umgebung ohne deren Wissen fotografieren könnten. Google verbot jetzt auch, dass Apps Fotos oder Videos mit ausgeschaltetem Bildschirm aufnehmen - damit wäre zumindest erkennbar, dass die Brille gerade angeschaltet ist. Die Datenschutz-Auswirkungen von Google Glass sind auch schon Thema für einen Ausschuss im amerikanischen Kongress.

          Google Glass dürfte nach bisherigen Angaben frühestens in einem Jahr in Serie gehen; bisher bekamen nur Software-Entwickler, Journalisten und ausgewählte Test-Nutzer die Brille. Google hält den Kreis klein: Test-Brillen, die verkauft werden, würden deaktiviert, warnte der Konzern. Einem Softwareentwickler gelang es nach eigenen Angaben allerdings auch schon, die Brille zu hacken.

          Erst vor wenigen Tagen hatte das amerikanische Startup-Unternehmen Lambda Labs eine Funktion zur Erkennung von Personen und Gegenständen für Google Glass angekündigt. Die Technologie solle etwa Befehle wie „merke Dir dieses Gesicht“ oder „finde Freunde in der Menge“ ermöglichen, erläuterte Mitgründer Stephen Balaban dem amerikanischen Blog „Techcrunch“.

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