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SAP schielt auf Privatkunden : Die Elfmeterkiller-Software

So sieht es aus, wenn Arjen Robben einen Elfmeter verschießt - und die Dortmunder jubeln - Szene aus der Begegnung am 30. Bundesliga Spieltag 2012 Bild: dpa

Der Softwareriese SAP hat bislang vor allem Unternehmen in der Kundenkartei. Das soll jetzt anders werden. Eine Software, die alle Elfmeter der Bundesliga analysiert, soll dafür sorgen.

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          Jonathan Becher zieht beim Softwareriesen SAP SE ein paar neue Seiten auf. Ein digitaler Einkaufsladen, Analysesoftware für Klein- und Privatkunden, Programme zum Designen von privaten Internetseiten oder für die Erstellung virtueller Realitäten. Der Hit im Regal seines kleinen Digitalshops aber wird wohl ein anderer werden: Europas größtes Softwarehaus kommt dieser Tage mit einem Programm auf den Markt, das Strafstöße erfasst, analysiert und zu jeder beliebigen Zeit ins Bild setzt. Die aus der Geschichte der ersten und der zweiten Bundesliga, die aus dem DFB-Pokal und auch die aus Championsleague.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Daten zu allen Torhütern und jedem Schützen, Daten über jeden Treffer und alle verballerten Elfer. Welcher Spieler gern in welche Ecke schießt; welcher Torwart wohin springt, wenn er in die Hocke geht und dem Elfmeterschützen so Auge und Auge gegenübersteht.

          Becher nennt sich Digitalchef oder Chief Digital Officer (CDO). Als solcher soll er neue Wege gehen, neue Geschäftsfelder erschließen und neue Käufer finden – jenseits  der klassischen Firmenkunden. Er ist der Mann, der SAP nun auch die Türen zum Geschäft mit einfachen Konsumenten öffnen soll. Bislang hatte das Unternehmen nur Firmenkunden auf der Rechnung. Der Fußball soll der Weg zum privaten Nutzer von SAP-Software werden.

          Eine der am meisten analysierten Mannschaftssportarten

          Mit Programmen für Sport hat das deutsche Softwarehaus schon früher für einigen Wirbel gesorgt. Jahrelang war SAP nur Sponsor, dann wurde es zum Innovator des Sports. Hat sich Fußball mit den vielen quantitativen Erhebungen rund um ein Spiel doch zu einer der am meisten analysierten Mannschaftssportarten der Welt entwickelt. Laufwege, Fehlpässe, Torvorlagen, Abseitsstellungen. Alles und jeder ist berechenbar. Ohne die Analyseprogramme der Walldorfer geht bei Vereinen wie dem FC Bayern nichts mehr.

          Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft setzt auf die Software aus dem Hause SAP. Technik schießt zwar keine Tore. Doch es hilft, sie vorzubereiten. Nun drückt Digitalchef Becher die digitalen Analysetools seines Hauses auch den Fans in die Hände.

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