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SAP : Mitarbeiter setzen SAP-Betriebsrat gerichtlich durch

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Auf dem Weg zum Betriebsrat: SAP Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Weniger als ein Zehntel seiner Mitarbeiter sind dafür. Dennoch wird der Softwarekonzern SAP wohl erstmals einen Betriebsrat bekommen. Drei Mitarbeiter haben beim Arbeitsgericht einen Antrag auf Einsetzung eines Wahlvorstands eingereicht.

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          Der größte europäische Softwarekonzern SAP wird trotz des Widerstands eines Großteils der Belegschaft aller Voraussicht nach erstmals einen Betriebsrat bekommen.

          Die IG Metall teilte am Sonntag in Heidelberg mit, drei SAP-Mitarbeiter hätten beim Arbeitsgericht Mannheim einen Antrag auf Einsetzung eines Wahlvorstands eingereicht. Er soll anschließend die Wahl eines Betriebsrats für die Konzernzentrale in Walldorf und den Standort im benachbarten St. Leon-Rot organisieren. Das Recht steht den Mitarbeitern nach dem Betriebsverfassungsgesetz zu. SAP ist mit mehr als 13.000 Mitarbeitern in Deutschland seit der Gründung 1971 das größte deutsche Unternehmen ohne eine gesetzliche Arbeitnehmervertretung.

          Kein Zehntel der Beschäftigten dafür

          Bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag hatten sich nur 500 von mehr als 5600 Beschäftigten für die Aufnahme der Prozedur ausgesprochen, die einer Betriebsratswahl vorangeht. In Walldorf und St. Leon-Rot arbeiten insgesamt rund 9000 Menschen, ein Betriebsrat hätte damit 37 Mitglieder, von denen mindestens zwölf von der Arbeit freigestellt sind. Konzernsprecher Herbert Heitmann kritisierte die Initiative: „Wir sind enttäuscht, daß das Gesetz einer kleinen Minderheit die Gelegenheit gibt, eine überwältigende Mehrheit mündiger Mitarbeiter zwangszubeglücken.“

          Seit 1989 werden die Interessen der 36.000 Mitarbeiter von SAP weltweit von den acht Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat vertreten. Sie sind in unterschiedlichem Maße von ihrer Arbeit freigestellt. Zwei von ihnen gehören der kleineren Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) an. Ihren Einfluß sichert seit 2003 ein Vertrag mit dem Vorstand.

          IG Metall: Betriebsratswahl nicht initiiert

          Die drei Mitarbeiter rechtfertigten ihren Schritt in einem Brief an die Belegschaft, den die Gewerkschaft veröffentlichte: „Aus unserer Sicht bringt nur ein Betriebsrat die erforderliche Transparenz und rechtliche Absicherung unserer Interessenvertretung.“ Die Vereinbarung mit der Geschäftsführung räume den Mitarbeitern erheblich weniger Rechte und Ressourcen ein als einem Betriebsrat. Bürokratisierung und Unflexibilität lehnten sie ab.

          Die IG Metall hatte wie die Gewerkschaft Verdi seit Jahren vergeblich versucht, bei SAP einen Fuß in die Tür zu bekommen. Vor drei Jahren war ein Vorstoß, einen Betriebsrat zu gründen, am mangelnden Interesse der Belegschaft gescheitert. Die IG Metall betonte, sie habe die Betriebsratswahl nicht initiiert, unterstütze sie aber.

          SAP-Mitgründer Dietmar Hopp hatte vor der Einsetzung eines Betriebsrats und vor dessen Fremdbestimmung durch die Gewerkschaften gewarnt. Die Wahl könne Walldorf als Standort der SAP-Zentrale gefährden. Auch Sprecher Heitmann sagte am Sonntag, die Stadt bei Heidelberg werde dadurch als Standort geschwächt: „Das ist ein Mühlstein, der Walldorf um den Hals gelegt wird.“

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