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Orientierung : Navigationssysteme werden billiger und beliebter

  • -Aktualisiert am

Der Kompaß hat ausgedient. Hoffentlich hält der Akku Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der Markt für mobile Navigationsgeräte ist im Jahr 2005 kräftig gewachsen. Und das soll so weitergehen. Ein Grund dafür: Die einst teuren Statussymbole werden immer preiswerter. Gefragt sind Komplettlösungen.

          Der Markt für mobile Navigationsgeräte ist im Jahr 2005 kräftig gewachsen. Experten des britischen Markforschungsinstituts Canalys gehen von mehr als 6,8 Millionen Einheiten aus, die allein in Europa verkauft wurden. Dies entspricht einem Wachstum von 164 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem 2,6 Millionen Einheiten verkauft wurden.

          Die Beobachter der Gesellschaft für Konsumforschung zählten 2005 in jedem Monat sieben neue Geräte auf der Basis des satellitengestützten Positionierungssystems GPS in den deutschen Regalen. "Ein Ende dieser sprunghaften Nachfragesteigerung ist nicht in Sicht", sagt Chris Jones, Director und Analyst von Canalys. Auch für das Jahr 2006 rechnet er mit einem Wachstum auf dem Niveau des Vorjahres. Ein Grund dafür: Die Geräte - einst teure Statussymbole - werden immer preiswerter.

          Ein Ende des Preisverfalls ist nicht zu sehen

          "Wir haben in jüngster Zeit Zuwachsraten bei den Navigationslösungen von deutlich mehr als 100 Prozent im Jahr gesehen, der Umsatz der Branche ist aber nur um etwa 65 Prozent gewachsen." So beschreibt Christian Bubenheim die Dimension des Preisverfalls. Er ist beim französischen Konzern Thales für das unter der Marke Magellan geführte Geschäft mit den Endkunden verantwortlich. Vor allem in Europa sind die Preise nach seinen Angaben in den vergangenen zwei Jahren stark gefallen, und ein Ende dieser Spirale ist nicht abzusehen.

          Auf der anderen Seite stimulieren die niedrigen Preise - funktionierende Navigationslösungen sind heute schon für wenige hundert Euro zu haben - aber auch die Nachfrage und nähren das Wachstum auf diesem Markt. Zudem werden immer mehr Funktionen, wie zum Beispiel der Empfang und die Anzeige von Staumeldungen. in die Geräte integriert.

          Kombinierte Geräte verlieren Marktanteile

          Inzwischen setzen die Verbraucher nach Angaben von Jones immer stärker auf einfach zu bedienende Komplettgeräte, die speziell für die Navigation ausgelegt sind. Die bisher häufig genutzten Lösungen aus einer Kombination von Taschencomputer (PDA) und spezieller Zusatzausstattung zum Empfang des GPS-Signals verlieren nach Angaben von Jones hingegen an Marktanteil. So rechnet Canalys für das Jahr 2005 - die endgültigen Zahlen werden erst in einigen Wochen veröffentlicht - damit, daß rund 56 Prozent der Käufer sich für ein dezidiertes Navigationsgerät entschieden haben. Eine PDA-Lösung wurde von 34 Prozent favorisiert. Die restlichen 10 Prozent entfallen auf Mobiltelefone mit einer Navigationsfunktion.

          Von dem Aufschwung, den die Branche in den vergangenen 24 Monaten erlebt hat, profitieren alle Stufen der Wertschöpfungskette, die sich in drei große Bereiche gliedert. Auf der einen können Unternehmen wie die amerikanische Sirf Technology profitieren, die die Chips für den Empfang des GPS-Signals produzieren und damit den Grundstein für eine genaue Positionierung legen. Neben dem Marktführer Sirf produzieren aber auch Thales, Motorola oder Qualcomm diese speziellen Chips für die Navigation.

          Wachstumstreiber ist der Einsatz im Straßenverkehr

          Auf den vom Empfangschip gelieferten Daten setzen dann die Anbieter des Kartenmaterials auf, die den vom GPS ermittelten Standpunkt des Nutzers auf verschiedenen Kartenformen darstellen können. Nach Angaben von Bubenheim unterscheidet man hier zwischen den schwierig zu erstellenden topographischen Karten für zum Beispiel Wanderer, Seekarten für den marinen Einsatz und den am häufigsten genutzten Karten für die mobile Navigation im Straßenverkehr. Gerade dieses Segment hat sich in den vergangenen Jahren zum Wachstumstreiber des Marktes entwickelt.

          Zu den großen Anbietern mit einer eigenen Produktion von digitalen Karten für die Straßennavigation gehören das amerikanische Unternehmen Navteq und Tele Atlas aus den Niederlanden, die zur Kartenerstellung mit eigenen Meßfahrzeugen unterwegs sind und alle Straßen einzeln abfahren. Bei den topographischen Karten sind Thales und der Wettbewerber Garmin stark vertreten.

          Hohe Margen bei Kartenproduzenten und Geräteherstellern

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