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Virtuelles privates Netz : Opera bietet kostenlosen Zugang an

Allseits bekannter Hinweis: die Nachricht für die Ländersperre eines Musikvideos bei Youtube Bild: dpa

Mit einem Service des Software-Dienstleisters Opera können Nutzer Ländersperren für Internet-Inhalte umgehen. Möglich machen das virtuelle private Netzwerke. Ganz uneigennützig ist das Angebot nicht.

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          Wer auf Youtube, der Videoplattform von Google, nach Musikvideos sucht, braucht nicht lange zu stöbern, bis er auf eine Entschuldigung stößt: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der Gema bisher nicht einigen konnten“, ist dort zu lesen. Die Verwertungsgesellschaft Gema vertritt Musiker und achtet auf deren Urheber- und Nutzungsrechte. Solche Ländersperren betreffen auch Dienste wie das britische Radio der BBC, die genauso wie deutsche Rundfunkanstalten ihre Inhalte häufig nur innerhalb des Landes verbreiten dürfen.

          Jonas Jansen
          (joja.), Wirtschaft

          Umgehen kann man solche Ländersperren mit einem sogenannten virtuellen privaten Netzwerk, kurz VPN. Dieses Kommunikationsnetz verschleiert den wahren Standort, Nutzer können einer Seite also vorgaukeln, sie befänden sich gar nicht in Deutschland. Mit einem VPN, der sich zu einem deutschen Netzwerk verbindet, kann man etwa in China auch das sonst blockierte Facebook besuchen. Gleichzeitig dienen solche Netzwerke Unternehmen und Universitäten dazu, ihren Mitarbeitern oder Studenten Zugang zu jenen Dateien und Servern zu verschaffen, auf die sie ansonsten nur internen Zugriff hätten, wie etwa auf Datenbanken oder wissenschaftliche Literatur.

          Kostenloser VPN-Dienst für iOS-Geräte

          Normalerweise kosten solche Programme einen monatlichen Betrag, weil die Server-Infrastruktur Geld kostet, die Unternehmen Anonymität zusichern und versprechen, keine Nutzerdaten zu speichern. Denn einige Nutzer spielen Verstecken mit dem Hintergedanken, mehr als nur ein Musikvideo anzuschauen. Zwischen 5 und 10 Euro im Monat kosten solche Angebote von Anbietern wie IPVanish oder Hide.me. Kostenlose Angebote gibt es selten. Sie sind häufig mit Werbung überfrachtet oder bieten zu wenig Datenvolumen an. Das Geschäftsmodell greift nun das norwegische Unternehmen Opera Software an, das für seinen gleichnamigen Webbrowser bekannt ist.

          Seit Montag bietet Opera einen kostenlosen VPN-Dienst für iOS-Geräte an, Android soll bald folgen. Zuvor hatte Opera den VPN-Anbieter SurfEasy gekauft und bereits Ende April einen kostenlosen VPN-Dienst für seinen Browser freigeschaltet. Weil sich Internetnutzung aber vermehrt auf mobile Anwendungen verschiebt, erscheint der nächste Schritt nun logisch: Die Nutzer laden sich eine App herunter und können damit sogar Werbung blockieren. Dabei stellt sich die Frage: Warum macht Opera das? Niemand würde ein Büfett anbieten, von dem man kostenlos essen kann.

          Opera sammelt Metadaten

          Opera sammelt anonyme Metadaten über die Nutzung seines Services – und verkauft die Informationen an Unternehmen, die verstehen wollen, wie sich Mobilnutzung entwickelt. Chris Housten, Chef von SurfEasy, hat das in einem Blogbeitrag erklärt: Vergleichbar sei das mit einer Umfrage mit einer großen Anzahl an Nutzern. Persönliche Daten würden weder gespeichert noch weitergegeben. In Zukunft könnte es außerdem Werbung in der App geben. „Wir verstehen, dass dieser Service nicht für jeden das Richtige ist“, schreibt Housten.

          Deshalb gebe es von SurfEasy weiterhin ein Abo-Modell. „Aber wir glauben, dass es eine große Anzahl von Menschen gibt, die einen kostenlosen VPN vorziehen und damit leben können, für den Wert Daten auszutauschen.“ Wie groß die Beliebtheit von VPN-Diensten ist, zeigt ein Beispiel der Videostreamingplattform Netflix. Weil die amerikanische Version die meisten Serien und Filme enthält, haben Millionen Nutzer jahrelang VPN-Dienste genutzt. Inzwischen blockiert Netflix das – sehr zum Unmut seiner Nutzer, die davor warnen, dass so die Piraterie gefördert werde. Netflix bleibt jedoch hart. Und könnte so ein Vorbild für Youtube werden.

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