https://www.faz.net/-gqe-7j21w

Onlinehändler Urbanara : 3 Millionen Euro vom Schwarm

Urbanara-Chef Benjamin Esser Bild: Urbanara

Beim Crowdinvesting finanzieren Internetnutzer Unternehmen. Der Berliner Heimtextilienhersteller und -händler hat über das Netz 1000 bereitwillige Anleger gefunden.

          Etwas aufgeregt ist Benjamin Esser schon jetzt, auch wenn es für ihn erst in einem Jahr so richtig ernst wird. Dann werden zum ersten Mal die Anteilseigner von Urbanara zusammenkommen, um sich über die Entwicklung der neuen Aktiengesellschaft zu erkundigen. Bis vor kurzem war Urbanara noch rein privat finanziert, nun befindet sich ein Teil des Unternehmens im Streubesitz. „Die erste Hauptversammlung wird spannend“, sagt Esser, Gründer und Vorstand der Urbanara AG.

          Nachfrage größer als das Angebot

          Es könnte eine große Aktionärsrunde werden für das Unternehmen, das Heimtextilien und Einrichtungsgegenstände in Eigenmarken produzieren lässt und über das Internet verschickt. Nachdem die Zeichnungsfrist über die Berliner Investitionsplattform Bergfürst nun abgeschlossen ist, haben sich laut Unternehmen rund 1000 Privatinvestoren gefunden, denen Urbanara nun 300.000 Aktien zuteilt. Bei einem Ausgabepreis von 10 Euro ergibt sich daraus ein Emissionsvolumen von 3 Millionen Euro - so wie bei Beginn der Finanzierung geplant. Nach Angaben des Unternehmens war die Nachfrage größer als das Angebot, so dass die Ausgabe der Anteile an manche Interessenten rationiert wird.

          Das Geld kommt vom Schwarm, so wie auch der Name der ungewöhnlichen Finanzierungsmethode sagt: Crowdinvesting. Im Juli war Essers Unternehmen den Plan angegangen, per Schwarmbeteiligung Kapital aufzunehmen, das unter anderem in den weiteren Aufbau der Marke und die Internationalisierung fließen soll. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) genehmigte im September den 270 Seite starken Wertpapierprospekt, und die Ausgabe der Aktien begann.

          Nun gehört ein Teil von Urbanara neben bisherigen Gesellschaftern auch Kleininvestoren. Esser musste dafür vieles offenlegen, was gerade Start-ups aus der Internetbranche gerne für sich behalten: die Kundenzahl (25000), den Umsatz im vergangenen Jahr (1,8 Millionen Euro) und eine Umsatzprognose für das laufende Jahr (4 bis 5 Millionen Euro). „Ich habe kein Problem damit, die Hosen herunterzulassen“, sagt der Vorstand, Transparenz gehöre zu der Marke dazu. Auch dass professionelle Geldgeber nun vor einer Investition in sein Unternehmen zurückschrecken glaubt Esser nicht. „Solche Risiken gibt es sicher, aber wir sprechen auch mit strategischen Investoren, die sich trotzdem bei uns engagieren wollen.“

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Den Pokal in die Höhe: Die Spieler des FC Bayern bejubeln in Berlin den Sieg im Endspiel gegen RB Leipzig.

          Bayern-Sieg im DFB-Pokal : Geballte Münchner Klasse

          Nach dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sichert sich der FC Bayern München nun das Double. Das Team von Trainer Kovac setzt sich im Pokalfinale gegen RB Leipzig durch. Lewandowski stellt einen beeindruckenden Rekord auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.