https://www.faz.net/-gqe-81mbf

Gesperrte Videos im Internet : Oettinger gegen schnelles Ende von Geoblocking

  • Aktualisiert am

Günther Oettinger Bild: dpa

Manche Youtube-Videos und Fernsehserien laufen in Deutschland nicht. Soll sich das ändern? Im F.A.Z.-Interview spricht sich Digitalkommissar Günther Oettinger gegen ein schnelles Ende der Einschränkungen aus.

          Der deutsche Kommissar Günther Oettinger will den europäischen Urheberrechtsschutz auf hohem Niveau vereinheitlichen. Dem schnellen Ende jeglicher Schranken für die Übertragung von Filmen, Fernsehsendungen oder Fußballspielen in der EU (Geoblocking) erteilte Oettinger im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z. – Montagsausgabe) aber eine Absage. „Wir dürfen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“, sagte er. „Ich will daher prüfen, was eine Öffnung etwa für die Filmwirtschaft bedeutet.“ Es könne nicht sein, dass die Kleineren die Verlierer seien und nur die Großen in einem größeren Markt bestünden. „Wir wollen ja unsere kulturelle Vielfalt bewahren“, sagte der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident.

          Derzeit verhindert das Geoblocking im Internet häufig, das Filme oder Sportereignisse im Internet angeschaut werden können, wenn der Nutzer aus dem Ausland darauf zurückgreifen will. Oettinger distanziert sich mit seinen Äußerungen von dem in der Europäischen Kommission für die digitale Agenda verantwortlichen Vizepräsidenten Andrus Ansip. Dieser hatte sich Mitte vergangener Woche mit klaren Worten gegen das Geoblocking ausgesprochen. „Ich hasse es“, hatte der Este gesagt. „Ich hasse meinen Wecker morgens um fünf Uhr“, hielt Oettinger dem entgegen.

          Ein fester Bestandteil des Urheberrechts ist nach Ansicht Oettingers die Schaffung eines europäischen Leistungsschutzrechtes. Das Leistungsschutzrecht soll verhindern, dass Anbieter von Suchmaschinen wie Google News auf Pressetexte zugreifen, damit wirtschaftliche Gewinne erzielen, die Presseverlage aber nicht beteiligen. „Wenn wir das auf EU-Ebene einführen würden, müsste Google einlenken“, sagte Oettinger angesichts der Erfahrung mit der Einführung eines nationalen Leistungsschutzrechts in Deutschland und Spanien.

          Oettinger sprach sich weiter dafür aus die Regulierung der Telekomkonzerne zu lockern. Die EU müsse sie damit in die Lage versetzen, die nötigen Investitionen in den Breitbandausbau zu leisten. Bestimmte Dienste von allgemeinem Interesse sollen Vorfahrt im Internet erhalten. Die Anbieter müssten dazu aber nachweisen, dass sie den Dienst ansonsten nicht anbieten könnten. Ansonsten will er aber am Prinzip der Netzneutralität festhalten.

          Weitere Themen

          „Da war nichts gut in der DDR“

          FAZ Plus Artikel: Theo Waigel wird 80 : „Da war nichts gut in der DDR“

          Theo Waigel zieht zum 80. Geburtstag Bilanz. Im Interview spricht er über die Wendezeit, erklärt, warum Europa die Finanzkrise ohne den Euro nicht überstanden hätte – und meint: „Wir leben heute in der besten aller Zeiten.“

          Topmeldungen

          Anschläge in Sri Lanka : Massenmord an Ostersonntag

          Die Anschläge von Sri Lanka fügen sich ein in das Bild einer neuen terroristischen Internationale, die ihre Taten „ankündigt“. Das müssen die Sicherheitsbehörden ernst nehmen, um der schieren Mordlust zu begegnen.
          Theo Waigel in seinem Haus in Seeg im Allgäu, Heimatdorf seiner Frau, der Skirennläuferin Irene Epple

          FAZ Plus Artikel: Theo Waigel wird 80 : „Da war nichts gut in der DDR“

          Theo Waigel zieht zum 80. Geburtstag Bilanz. Im Interview spricht er über die Wendezeit, erklärt, warum Europa die Finanzkrise ohne den Euro nicht überstanden hätte – und meint: „Wir leben heute in der besten aller Zeiten.“

          Witze über Schwangere : Der Gag des Fleischlichen

          Darf man über wachsende Bäuche Witze machen? Die schwangeren Comedians Amy Schumer und Ali Wong tun es auf der Bühne. Es geht natürlich um mehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.