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Neues Betriebssystem : Jetzt wird auch Apples iPhone modern

  • Aktualisiert am

Apple-Manager Scott Forstall präsentiert die Neuerungen für das iPhone Bild: REUTERS

Das iPhone ist zwar ein Kulthandy, hat aber seinen Besitzern bislang vieles vorenthalten, was in anderen Geräten längst zum Standard gehört. Jetzt zog Apple nach und stellte eine neue Version des Betriebssystems mit neuen Funktionen vor.

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          Apple hat eine komplett überarbeitete Software für sein Handy iPhone präsentiert, mit dem man das Smartphone in ein Navigationsgerät, eine Spielekonsole für mehrere Spieler oder in ein Lesegerät für digitale Magazine oder Bücher verwandeln kann. Gleichzeitig legte das Unternehmen am Dienstag am Stammsitz in Cupertino neue Geschäftsmodelle für die Anbieter von Programmen und Inhalten für das iPhone vor. Das neue Betriebssystem soll im Sommer zur Verfügung stehen; derzeit gibt es eine Beta-Version für Entwickler.

          „Künftig kann man über das iPhone auch Abos von digitalen Magazinen bestellen oder in einer E-Book-Anwendung ein Buch kaufen“, sagte Apple-Manager Greg Joswiak. Es sei möglich, innerhalb einer Stadtplan-Anwendung bei Bedarf neue Karten zu kaufen oder bei einem Computerspiel neue Levels gegen Bezahlung freizuschalten. Bislang hatte Apple nur den einmaligen Verkauf von Anwendungen oder die kostenlose Verteilung von Programmen unterstützt. Mit den neuen Abrechnungsmodellen kommt Apple den Forderungen der Inhalteanbieter entgegen, die flexiblere Optionen verlangt hatten.

          Endlich: Copy and Paste

          Zum neuen iPhone-Betriebssystem OS 3.0 gehört auch das von vielen Nutzern geforderte „Copy and Paste“. Damit ist es - wie etwa beim Microsoft-Handy-Betriebssystem Windows Mobile schon seit langem möglich - Textstellen über verschiedene iPhone-Anwendungen hinweg zu verschieben, etwa von einer Webseite in ein anderes Dokument. Bei einem irrtümlichen Einfügen von Text kann das iPhone kurz geschüttelt werden, um eine Option aufzurufen, mit der dieser Vorgang rückgängig gemacht wird.

          Überraschungspaket: Für Programmierer ist im neuen iPhone mehr drin, wie iPhone-Software-Chef Forstall erklärt
          Überraschungspaket: Für Programmierer ist im neuen iPhone mehr drin, wie iPhone-Software-Chef Forstall erklärt : Bild: REUTERS

          Neu eingeführt wird auch die Suche nach Informationen über verschiedene Anwendungen hinweg. In Anlehnung an die entsprechende Funktion des Mac-Betriebssystems wird dies als „Spotlight“ bezeichnet. Ingesamt gibt es nach Angaben von Apple mehr als 100 neue Funktionen. Einige davon, wie das Multimedia-Messaging, gibt es nur für das iPhone der zweiten Generation, nicht für die im Jahr 2007 eingeführten Geräte der ersten Generation.

          Das neue Betriebssystem wird nach seiner Fertigstellung kostenlos zum Download fürs iPhone bereitgestellt. Der Download auf den iPod Touch soll 9,95 Dollar kosten.

          13,7 Millionen Geräte im vergangenen Jahr verkauft

          Manager Joswiak sagte, Apple habe im vergangenen Jahr 13,7 Millionen iPhones verkauft und damit das selbst gesteckte Ziel von zehn Millionen Geräten deutlich übertroffen. In dem Onlineladen von Apple stehen derzeit mehr als 25.000 Anwendungen für das iPhone bereit. Seit der Eröffnung des „iTunes App Stores“ vor acht Monaten seien mehr als 800 Millionen Programme heruntergeladen worden.

          Scott Forstall, der bei Apple für die iPhone-Software zuständig ist, kündigte ein echtes Navigationsprogramm mit gesprochenen Handlungsanweisungen für den Fahrer an, das es bislang nicht für das iPhone gab. Der Sportsender ESPN zeigte bei der Veranstaltung auf dem Firmen-Campus von Apple, wie ein Live-Video auf das iPhone übertragen werden kann. Ein neuer Mediaplayer im iPhone passt dabei die Qualität der vorhandenen Bandbreite an. Entgegen den Wünschen vieler Entwickler wird Apple auf dem iPhone nicht die Funktion bieten, mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen. Forstall begründete diesen Schritt mit dem erhöhten Energiebedarf von Hintergrundanwendungen, der zulasten der Akkulaufzeit gehe.

          Schärferer Wettbewerb - Apple öffnet sich

          Angesichts eines sich verschärfenden Wettbewerbs der Smartphone-Anbieter (unter anderem mit Googles Handy-Betriebssystem Android) öffnet sich Apple mehr als bisher für freie Entwickler. Das Software-Entwicklungs-Kit (SDK) zum iPhone enthält mehr als 1000 neue Programmierschnittstellen (APIs). Darunter ist auch die Möglichkeit, Shopping-Funktionen in iPhone-Anwendungen zu integrieren - etwa für den Kauf von E-Books oder von Erweiterungen für mobile Videospiele. Künftig können die Entwickler auch eine Schnittstelle nutzen, um etwa für Spiele auf die Musikbibliothek des iPhones zuzugreifen.

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