https://www.faz.net/-gqe-86z6t

Neue Datenschutzbestimmungen : Spotify-Chef entschuldigt sich bei seinen Kunden

Musik hören - aber zu welchem Preis? Bild: dpa

Erst verkündete der Musikstreamingdienst Spotify neue Datenschutzbestimmungen, dann wendeten sich die Kunden ab - und machten ihrem Ärger im Netz Luft. Jetzt entschuldigt sich der Spotify-Chef - und versucht sich an Erklärungen.

          Die neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen des Musikstreaming-Dienstes Spotify schlagen hohe Wellen. Viele Kunden sind empört: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wetterten Nutzer über die „Datengier“ des Unternehmens. „Schade Spotify. Dank eurer Datenschutz-Überarbeitung trennen sich unsere Wege wohl. Mach´s gut. Schön war´s“, schrieb ein enttäuschter Abonnent. „Okay, Spotify Germany. Ich hab euch immer gemocht. Und gerne monatlich 10 Euro gezahlt. Aber ernsthaft: Meine Fotos?! Nein“, schrieb eine anderere Nutzerin.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der Ärger der Kunden entzündet sich daran, dass Spotify künftig für die Nutzung seines Dienstes nicht nur Geld sehen möchte, sondern eine Vielzahl von Kundendaten einfordert: Zugriff auf Fotos etwa oder auf Kontakte, aber auch auf Informationen aus Ortungsdiensten oder auf Sensordaten.

          Spotify versucht die Wogen zu glätten: Spotify-Gründer Daniel Ek entschuldigte sich am Freitag in seinem Blog für die „Verwirrung“, die durch die geänderten Regeln entstanden sei: „Wir hätten besser kommunizieren sollen, was diese neuen Regeln bedeuten“, schreibt er in dem Beitrag mit dem Titel “Sorry“. Man sei „hundertprozentig darauf verpflichtet, die Privatsphäre unserer Nutzer zu schützen“, versicherte Ek. Wer seine Daten nicht mit Spotify teilen wolle, brauche dies nicht zu tun. Der Anbieter will nach eigenen Angaben mit den Daten und Informationen der Kunden „neue personalisierte Angebote“ entwickeln. Ziel von Spotify sei es, seinen Kunden in möglichst vielen Alltagssituationen die jeweils passenden Musikvorschläge zu unterbreiten. So bietet der Musikdienst an, beim Joggen den Rhythmus der Musik an das Lauftempo anzupassen. Dafür braucht der Anbieter Daten darüber, wie sich der Nutzer bewegt.

          Viele Kunden hegen Misstrauen

          „Die Privatheit und die Sicherheit der Kundendaten hat für Spotify höchste Priorität und das wird auch so bleiben“, versichert das Unternehmen. Doch, die Reaktionen zeigen, dass viele  Kunden der neuen Geschäftspolitik von Spotify mit Misstrauen begegnen. Auch andere populäre Internetdienste wie Facebook, Google,  Twitter und Whatsapp stehen wegen ihres Datenhungers in der Kritik. Mit Facebook hat Spotify schon vor einigen Jahren eine Kooperation vereinbart. 

          Für Spotify kommt die Datenschutz-Debatte zu einem heiklen Zeitpunkt. Gerade hat der amerikanische Technologieriese Apple eine Offensive gegen das sehr viel kleinere Unternehmen aus Stockholm gestartet: Apple ist Weltmarktführer im digitalen Musikgeschäft und bietet neuerdings seinen eigenen Streamingdienst an. Das wissen auch die empörten Nutzer. So lassen sich auf Twitter auch Posts wie dieser lesen: „Was ist die beste Werbung für Apple Music? Die neuen Privatsphäre-Regeln von Spotify!“

          Weitere Themen

          Wirtschaft macht dem Kurs zu schaffen Video-Seite öffnen

          DAX im Zickzack-Kurs : Wirtschaft macht dem Kurs zu schaffen

          Bereits am Montag war es zu Kursverlusten des DAX gekommen, auch am Dienstag gab der DAX nach. Er startete am Dienstag 0,6 Prozent schwächer bei 11.074 Punkten. Händler verwiesen gleich auf mehrere Belastungsfaktoren.

          Reißt Euch zusammen! Video-Seite öffnen

          Oxfam in Davos : Reißt Euch zusammen!

          Vor Beginn des Weltwirtschafsforums in Davos ruft Oxfam dazu auf, den Reichtum gerechter zu verteilen. Laut der Hilfsorganisation besitzen die 26 reichsten Menschen genau so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

          Topmeldungen

          Kamala Harris : Patriotisch gegen Trump

          Kamala Harris ist die neueste Kandidatin, die 2020 gegen Donald Trump antreten will. Sie war die zweite schwarze Senatorin in der Geschichte des Landes und will als erste Präsidentin abermals Geschichte schreiben.

          Handball-WM : Kroatiens Wut auf die Schiedsrichter

          Deutschland spielt ohnehin dank des Publikums in der Kölner Halle quasi zu acht bei der Handball-WM: Die Kroaten monieren nach der 21:22-Niederlage, dass zudem die Schiedsrichter geholfen hätten.
          Charlotte Brontës junge Heldin war beim Blättern in einem Buch glücklich wie selten. Diese speziell dafür vorbereitete Ausgabe von „Jane Eyre“ lässt sich nach der Lektüre so falten, dass – wahlweise — eine Aufforderung oder eine Verlockung zu lesen ist.

          Erklärung von 130 Forschern : Zur Zukunft des Lesens

          Bildschirme und bedrucktes Papier sind als Lesemedien nicht gleichwertig: Mehr als 130 Leseforscher aus ganz Europa haben eine Erklärung zur Zukunft des Lesens im Zeitalter der Digitalisierung unterzeichnet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.