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Videos aus dem Internet : So will Netflix Deutschland erobern

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Egal wann, egal wo, egal was - Netflix neutralisiert den Zeitplan der Fernsehsender. Bild: AP

Netflix kommt im September nach Deutschland. FAZ.NET stellt den populären Online-Videodienst aus den Vereinigten Staaten vor.

          Nun hat Netflix endlich verraten, wann es in Deutschland auf dem Markt sein wird: Im September. Der Termin wurde mit Spannung erwartet - vor allem, nachdem das amerikanische Unternehmen im Mai angekündigt hatte, dass es noch in diesem Jahr in der Bundesrepublik, aber auch in Frankreich, Österreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz an den Start gehen wird.

          Doch was steckt eigentlich hinter dem populären Internet-Dienst, der hierzulande schon Begeisterung auslöst noch bevor es ihn überhaupt gibt? Netflix ist eine Art Online-Videothek. Kunden können für eine monatliche Abo-Gebühr ein großes Sortiment von Serien und Filmen anschauen. Und zwar jederzeit und überall sowohl von Tabletcomputer als auch von Smartphones oder internetfähigen Fernsehern (Smart TV). Netflix, darin sind sich Beobachter einig, hat die Bedürfnisse junger Zuschauer verstanden, die sich nicht mehr von den Sendern vorschreiben lassen wollen, wann sie fernsehen.

          Schon Konkurrenz in Deutschland

          Kevin Spacey, Hauptdarsteller der preisgekrönten und von Netflix selbst prodozierten Serie „House of Cards“ hat den Erfolg des Streaming-Dienstes in einer viel zitierten Rede während des Edinburgh Television Festivals so zusammengefasst: „Gebt den Leuten, was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen, und das zu einem vernünftigen Preis. Dann werden sie es lieber kaufen wollen, als es zu stehlen.“

          Mit diesem Prinzip hat Netflix beinahe 50 Millionen Abonnenten in 40 Ländern angelockt, der weit überwiegende Teil (rund 35 Millionen) davon kommt aus den Vereinigten Staaten. Die Nutzer können aus mehr als 60.000 Filmen und Serien auswählen, darunter hochgelobten Titeln wie „Breaking Bad“ oder „Homeland“.

          Den Deutschland-Start dürften viele lange herbeigesehnt haben. Allerdings wird Netflix gerade das Aushängeschild, die eigens für den Dienst gedrehte Serie „House of Cards“ um den eiskalten Politiker Francis „Frank“ Underwood, wohl nicht als Erster zeigen dürfen. Denn In Deutschland hat sich Sky die Rechte der zweiten Staffel für das Bezahlfernsehen gesichert, die Rechte für das frei empfangbare Fernsehen liegen in Händen von Pro Sieben Sat 1.

          Es wird also spannend sein zu sehen, mit welchem Angebot Netflix auf dem deutschen Markt auftritt. Und wie es sich von Konkurrenten wie der französischen Watchever, Prime Instant Video von Amazon, Maxdome von Pro Sieben, Videoload von der Deutschen Telekom und iTunes von Apple abheben wird.

          Diese Anbieter hoffen nämlich bereits nach dem gleichen Prinzip auf eine neue Zahlungsbereitschaft für Filme und Serien gerade unter jungen Leuten. In Deutschland ist die Bereitschaft, für Fernsehen zu zahlen, nämlich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gering. Viele Zuschauer verzichten auf ein teures Sky-Abo, wenn sie schon 17,98 Euro im Monat Rundfunkbeitrag zahlen müssen. Watchever & Co setzen deshalb auf niedrige Gebühren von acht oder neun Euro im Monat. Einen ähnlichen Weg wird wohl Netflix einschlagen: Zumindest in Amerika kostet die einfachste Abo-Variante 8,99 Dollar.

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