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Musik im Internet : Auf einen legalen Download kommen zehn illegale

  • Aktualisiert am

Ob legal, ob illegal: Musik von Madonna laden die Deutschen noch immer gerne herunter. Bild: dpa

„Mehr als drei Millionen Deutsche machen mit“, empört sich der Computerverband Bitkom. Tatsächlich macht das illegale Herunterladen von Songs im Internet der Musikindustrie nach wie vor schwer zu schaffen: Auf einen legalen Download kommen nach Branchenangaben zehn illegale.

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          Das illegale Herunterladen von Songs im Internet macht der Musikindustrie nach wie vor schwer zu schaffen. Auf einen legalen Download kommen nach Branchenangaben zehn illegale. „Mehr als drei Millionen Deutsche machen mit“, empört sich der Computerverband Bitkom anlässlich des internationalen „Tages des geistigen Eigentums“.

          Durch unrechtmäßige Online-Kopien sowie illegal gebrannte CDs und DVDs sei im vergangenen Jahr ein Schaden von rund 530 Millionen Euro entstanden, heißt es. Legale Downloads liegen der Interessenvertretung zufolge inzwischen aber „im Trend“. Im vergangenen Jahr luden die Deutschen demnach 34 Millionen Songs und Alben „rechtmäßig“ auf ihre PCs. Das ist ein Drittel mehr als 2006.

          Illegale Computerprogramme und Filmpiraterie

          Auch bei Software und Filmen lassen es die Deutschen nach Meinung der Industrie noch allzu deutlich an Unrechtsbewusstsein vermissen. Mehr als jedes vierte Computerprogramm (28 Prozent) werde in Deutschland illegal - als Raubkopie oder ohne gültige Lizenz - eingesetzt, beklagt Bitkom. Dadurch entstehe den Anbietern ein Schaden von rund einer Milliarde Euro.

          Mehrere hundert Millionen Euro entgehen der Filmbranche durch Piraterie, rechnen die Branchenvertreter weiter vor. Sie zitieren eine Studie der Universität Weimar, wonach sich der Schaden hier jährlich auf rund 200 Millionen Euro summiert. Nicht genug damit: Die Zahl der Kinobesuche könnte bis zu 13 Prozent steigen, wenn es für illegale Kopien kein Angebot und kaum Nachfrage gäbe, heißt es.

          Auch Geräte zunehmend im Visier von Fälschern

          Ähnlich sehe es im DVD-Geschäft aus: Bis zu 11 Prozent mehr Filme könnten verliehen und 15 Prozent mehr verkauft werden, wenn keine illegalen Duplikate im Umlauf wären. Die Zahl der urheberrechtlichen Strafverfahren unter Beteiligung der Antipiraterie-Organisation GVU ist den Angaben zufolge binnen zehn Jahren um das Neunfache gestiegen: 2007 gab es rund 1.900 Verfahren. Jedes vierte endet derzeit mit einer Verurteilung.

          Neben Software, Musik und Filmen steht zunehmend auch die Hardware im Visier von Fälschern. „Zunehmend werden Geräte und Zubehörteile imitiert“, weiß Bitkom. So habe der Zoll im Jahr 2007 gefälschte Computer im Wert von 4 Millionen Euro sichergestellt - viermal mehr als drei Jahre zuvor. Selbst Druckerpatronen würden häufig gefälscht.

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