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Musik : Angriff auf den iPod

  • Aktualisiert am

Begeisterungsstürme löst der Zune nicht aus Bild: AP

Viele Wettbewerber haben versucht, die Dominanz des iPods von Apple zu brechen, aber niemand hat es geschafft. Microsoft ist als nächstes dran: An diesem Dienstag bringt das Unternehmen den „Zune“ auf den Markt.

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          Begeisterung hört sich anders an. Der Softwarekonzern Microsoft bringt an diesem Dienstag seinen ersten eigenen digitalen Musikspieler mit dem Namen „Zune“ in Amerika auf den Markt und gibt damit den Startschuß für seine Attacke auf den erfolgreichen „iPod“ des Computerrivalen Apple.

          Die Resonanz in den amerikanischen Medien, die das Gerät im Vorfeld der Einführung ausprobieren durften, ist aber bislang durchwachsen. Große Zeitungen brachten in den vergangenen Tagen eher mittelmäßige Kritiken für den Zune. Das Gerät funktioniere tadellos und biete einige hübsche neue Funktionen, die man beim iPod nicht finde, hieß es da. Trotzdem habe der Zune eine Reihe von Schwächen und sei insgesamt alles andere als bahnbrechend

          Gewaltige Herausforderung, mächtiger Gegner

          Der Zune kommt am Dienstag zunächst einmal nur in Amerika auf den Markt, eine Einführung in Deutschland steht offenbar noch in den Sternen. Ein Microsoft-Sprecher sagte dieser Zeitung, es sei unklar, ob und wann es den Zune auch in Deutschland geben werde, es sei aber „wohl 2007“ damit zu rechnen.

          Microsoft steht mit dem Zune vor einer gewaltigen Herausforderung und nimmt es mit einem mächtigen Gegner auf: Der iPod von Apple, der vor ein paar Wochen seinen fünften Geburtstag gefeiert hat, dominiert den Markt ganz klar. Apple hat auf der ganzen Welt bislang 68 Millionen seiner Musikspieler verkauft. Die Wachstumsraten, die Apple in seinen Quartalsberichten für die iPod-Verkaufszahlen ausweist, sind bis heute gigantisch.

          Niemand hat es geschafft

          Viele Wettbewerber haben in den vergangenen Jahren versucht, die Dominanz von Apple zu brechen; niemand hat es geschafft. Dies gilt auch für den japanischen Elektronikkonzern Sony, der einst mit dem „Walkman“ tragbare Kassettenspieler populär machte. In Amerika hat der iPod nach Angaben des Marktforschungsinstituts NPD Group einen Anteil von 77 Prozent am Markt für digitale Musikspieler. An zweiter Stelle liegt abgeschlagen das amerikanische Unternehmen Sandisk mit weniger als 10 Prozent.

          Der Verkaufsbeginn des Zune wird nun mit Spannung erwartet, zumal sich der Konzern in der Vergangenheit einen Ruf dafür erworben hat, eher spät in Märkte einzusteigen, diese dann aber mit seinen immensen Ressourcen von hinten aufzurollen. In den neunziger Jahren bekam dies der Internet-Browser Netscape zu spüren, den Microsoft mit seinem Explorer aus dem Markt gedrängt hat. Auch im Videospielemarkt hat sich Microsoft mit seiner Xbox mittlerweile etabliert. Die Konsole gibt es seit 2001; nach einem schwachen Start hat sie ihren Marktanteil stetig ausgebaut. Die Einführung der zweiten Generation Xbox 360 im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg, wobei Microsoft mit dem Gerät noch immer in der Verlustzone steckt.

          Allianz mit Universal

          Für Microsoft, ein Unternehmen, das sonst für Software wie das Betriebssystem Windows oder die Office-Büroprogramme bekannt ist, ist der Zune der zweite größere Ausflug ins Hardwaregeschäft nach der Xbox. Microsoft produziert die Musikspieler nicht selbst, sondern hat den japanischen Toshiba-Konzern als Vertragshersteller engagiert. Nirgendwo auf dem Zune stehen Name oder Logo von Microsoft. Auf dem iPod ist hingegen das Apple-Logo prominent plaziert.

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