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Mobiler Internetverkehr : Deutschland ist Apple-Land

Mobile Internetnutzung: Apple liegt unangefochten an der Spitze Bild: dpa

Von den Geräten des amerikanischen Konzerns gehen hierzulande mehr als zwei Drittel des mobilen Internetverkehrs aus. Bei Desktop-PC führt Microsoft, bei Suchmaschinen Google.

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          Die deutschen Internetnutzer sind im vergangenen Jahr mobiler geworden. Das geht aus Daten des Berliner Webanalyseanbieters Webtrekk GmbH hervor. Dabei war 2012 das erste Jahr, in dem den Daten zufolge die Zugriffe von mobilen Betriebssystemen auf das Internet die Zehn-Prozent-Marke überschritten haben. „Die Zugriffe auf das mobile Internet in Deutschland haben im vergangenen Jahr den Durchbruch geschafft“, sagt Webtrekk-Geschäftsführer Christian Sauer. „Manche der von uns analysierten Seiten verzeichnen sogar ein Drittel bis zur Hälfte der gesamten Zugriffe von mobilen Systemen.“

          Webtrekk misst für verschiedene Unternehmen den tatsächlich anfallenden Datenstrom auf den Unternehmensservern und wertet ihn unter anderem danach aus, von welchen Computern, Geräten oder welchen Betriebssystemen er ausgeht. Zu den Kunden von Sauers Unternehmen gehören Handelsketten, Banken, Onlinehändler oder Medienhäuser. Insgesamt haben die von Webtrekk analysierten Internetseiten mehr als 100 Millionen Besuche verzeichnet, was die Daten nach Angaben des Geschäftsführers repräsentativ macht.

          Aus den Zahlen ergibt sich, dass Deutschland im vergangenen Jahr bei der mobilen Internetnutzung ein Apple-Land war. Bei den Geräten liegen die Produkte des amerikanischen Elektronikkonzerns unangefochten an der Spitze. Der Tabletcomputer iPad vereinigte im Jahresmittel rund 36 Prozent der Zugriffe auf sich. Die verschiedenen Versionen des iPhones etwa 35 Prozent.

          Langsamer Abstieg des iPods

          Internetfähige Geräte mit dem vom Webkonzern Google bereitgestellten Betriebssystem Android lieferten im Schnitt 17 Prozent des mobilen Datenverkehrs. Allerdings holt Android in Deutschland auf. Im Jahresverlauf wuchs der Anteil der Zugriffe von rund 10 Prozent im ersten Quartal auf mehr als 21 Prozent im Schlussquartal 2012. Aus den Daten lässt sich auch der langsame Abstieg des Musikspielers iPod ersehen. Da viele Nutzer ihre internetfähigen Handys auch als Abspielstation benutzen, hat der Anteil am Internetzugriff des iPod 2012 kontinuierlich abgenommen und ist von 2,8 Prozent auf 1,8 Prozent gefallen.

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          Bei den Desktop-Computern scheint dagegen die Vormachtstellung des Microsoft-Betriebssystems Windows stabil. Seit 2008 schwanken die Internetzugriffe von Windows-Rechnern zwischen 80 und 90 Prozent. Die Daten liefern auch ein überraschendes Ergebnis, was die Markteinführung des Microsoft-Hoffnungsträgers Windows 8 angeht. Zwischen dem dritten und vierten Quartal des vergangenen Jahres sind die Internetzugriffe von Computern mit Windows 8 von 0,15 Prozent auf 0,56 Prozent um gerade einmal 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Im selben Zeitraum legten aber die Zugriffe von Rechnern mit der Vorgängerversion Windows 7 von 48 Prozent auf 49,5 Prozent zu - ein Wachstum von 1,5 Prozentpunkten. Das neue Windows wachse langsamer als seinerzeit Windows 7, sagt Sauer. Dabei sei das Update auf die Nachfolgerversion so günstig zu haben wie nie. „Möglicherweise haben die Nutzer Bedenken und sind verunsichert, ob sie einen neuen Touch-PC benötigen, um es voll zu nutzen.“ Jetzt müsse sich zeigen, ob und wie Microsoft die Akzeptanz für sein neues Produkt erhöht.

          9 von 10 suchen mit Google

          Wie in Stein gegossen scheint dagegen die Akzeptanz der Deutschen gegenüber der Suchmaschine von Google. 9 von 10 Internetsuchen in Deutschland laufen über die Seite des Konzerns. Andere Anbieter spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. „In Deutschland haben die Konkurrenten offenbar keine Funktionalität angeboten, die die Nutzer zum Wechsel veranlasst hätte. Google bleibt bei mehr als 90 Prozent, und das, obwohl Microsoft große Erwartungen an seine Suchmaschine Bing hatte und es auf den Windows-Rechnern als Suchmaschine voreingestellt ist“, sagt Christian Sauer. Deutschland ist auch global gesehen eines der Länder mit der höchsten Google-Nutzerrate. In seinem Heimatland zieht das amerikanische Unternehmen rund zwei Drittel der Suchanfragen auf sich.

          Gleichzeitig sieht sich Google nach Angaben von Sauer aber auch hierzulande in seinem wichtigsten Geschäftsmodell mit Gegenwind konfrontiert: Im Verlauf des vergangenen Jahres haben rund 10 Prozent der Deutschen „Cookies“ abgelehnt. Das sind kleine Textschnipsel, mit denen Werbetreibende Besucher von Internetseiten und deren Surfverhalten wiedererkennen können, um ihnen auf ihr Verhalten zugeschnittene Werbung zu zeigen. Nach Angaben von Sauer gehört Deutschland bei der Rate der Totalablehnung der Cookies zu den führenden Ländern. Und rund ein Drittel der deutschen Nutzer lösche nach jeder Nutzung oder zumindest täglich den Cookie-Speicher.

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