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Microsoft : „Die Xbox hat ihren Marktanteil verdoppelt“

  • Aktualisiert am

Robbie Bach, Chef der Unterhaltungssparte von Microsoft Bild: Holger Schmidt

Mit Preissenkungen hat Microsoft der Spielekonsole Xbox zu neuem Erfolg verholfen. Das gilt aber nicht für das Handy-Betriebssystem Windows Mobile. Hier setzen Apple und Google dem Konzern zu. Ein Gespräch mit Robbie Bach, der im Vorstand des Softwarekonzerns das Unterhaltungsressort betreut.

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          Mit Preissenkungen hat Microsoft der Spielekonsole Xbox zu neuem Erfolg verholfen. Das gilt aber nicht für das Handy-Betriebssystem Windows Mobile. Hier setzen Apple und Google dem Konzern zu. Microsoft ist das einzige Unternehmen, das noch Lizenzgebühren für sein Betriebssystem fordert. Das soll auch so bleiben, sagt Robbie Bach, der im Vorstand des Softwarekonzerns das Unterhaltungsressort betreut.

          Herr Bach, Microsoft hat in denn vergangenen Jahren Hunderte Millionen Dollar für die Entwicklung seines Handybetriebssystems Windows Mobile ausgegeben - und ist gerade vom Neuling Apple rechts überholt worden. Was ist schief gelaufen?
          Es ist nichts wirklich schief gelaufen. Wir müssen uns aber die Kritik gefallen lassen, dass wir investiert haben, bevor der Markt wirklich reif für die Smartphones oder Multimediahandys gewesen ist.

          Microsoft war seiner Zeit voraus?
          Wir haben Windows Mobile gestartet, als der Markt noch unter schmerzhaften Wachstumsschwierigkeiten und die Technik unter einigen Kinderkrankheiten gelitten hat. Jetzt sind die UMTS-Netze aufgebaut, wir haben schnellere Prozessoren, mehr Speicherplatz und bessere Akkus in den Geräten. Wir sehen jetzt genau die Wachstumsmöglichkeiten, die wir immer erwartet haben ...

          ... und lassen sich von Apple abhängen. Microsoft hat einen Marktanteil von 13,6 Prozent an den Smartphone-Betriebssystemen. Apple kommt fast aus dem Stand auf 17,3 Prozent.
          Zugegeben: Apples Timing war gut. Das iPhone ist in dem Moment auf den Markt gekommen, in dem die Nachfrage dramatisch angezogen hat.

          Und Apple hat sich von Anfang an auch auf den privaten Konsumenten und nicht nur auf Geschäftsleute konzentriert. Geht Microsoft jetzt einen ähnlichen Weg?
          Wir werden mehr und mehr Anwendungen sehen, die sich auf den privaten Kunden konzentrieren. Zum Beispiel Verarbeitung von Musik oder Bildern. Heute stehen vor allem Anwendungen wir E-Mail oder der Kalender im Vordergrund.

          Jetzt kommt zu allem Überfluss auch noch Goolge mit einem eigenen Betriebssystem für Handys auf den Markt. Wird das den Markt verändern?
          Ich bin mir nicht sicher, ob das einen großen Einfluss auf die Branche haben wird oder unser Geschäftsmodell verändert. Wir sehen uns derzeit mit zwei Arten von Wettbewerbern konfrontiert: Auf der eine Seite gibt es vertikal integrierte Komplettanbieter wie Rim mit dem Blackberry oder Apple mit dem iPhone. Auf der anderen Seite gibt es Symbian und Google mit dem Android-System. Wir stehen mit beiden Modellen schon lange im Wettbewerb; da ist nicht wirklich etwas Neues zu sehen.

          Mit einem Unterschied: Symbian und Android werden jetzt kostenlos angeboten, während Microsoft eine Lizenzgebühr verlangt. Wie lange kann das gut gehen?
          Wir stehen mit dem kostenlosen System Linux seit fünf Jahren im Wettbewerb. Auch das ist nicht neu. Es gilt: Nichts ist wirklich kostenlos. Wer auf ein freies Betriebssystem zurückgreift, muss den gesamten Integrationsprozess in die Geräte und andere recht komplizierte Anpassungen selber regeln. Das kostet auch Geld. Diese Kosten hat jemand nicht, der von Anfang an auf Windows Mobile setzt. Android ist ein neuer Wettbewerber. Das erkenne ich an. Aber dieser hat dem Markt keine wirklich neue Dynamik hinzugefügt.

          Microsoft wird also weiter Lizenzgebühren für Windows Mobile verlangen?
          Ja sicher. Das bleibt unser Geschäftsmodell.

          Es gibt Spekulationen, dass die neue Version von Windows Mobile der Benutzeroberfläche von Apple‘s iPhone recht ähnlich sein soll. Versuchen Sie dort Boden gut zu machen?
          Darüber gibt es noch keine offiziellen Angaben ...

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