https://www.faz.net/-gqe-qe2p

Microsoft : „Die Erfolgsserie des iPod wird abreißen“

  • Aktualisiert am

Erwarten Sie da keine Prognose von mir. Wir sind zuversichtlich, daß wir irgendwann damit Gewinne machen, aber der Zeitpunkt ist uns gar nicht so wichtig. Gehen Sie davon aus, daß wir voll hinter diesem Geschäft stehen und Durchhaltevermögen zeigen werden. Für mich hat das Gebiet absolute strategische Bedeutung, und ich sage Ihnen auch, warum: Die Herausforderungen im Geschäft mit mobiler Kommunikation liegen genau dort, wo wir unsere Stärken sehen. Immer mehr Funktionen werden in einem einzelnen Gerät integriert sein, und dazu braucht es Softwarelösungen.

Also geht der Weg nach Ihrer Ansicht in Richtung eines Alleskönner-Handys, das spezialisierte Geräte aus dem Markt drängt?

Die Aussicht, alle relevanten Funktionen in einem einzelnen Gerät zu haben, muß doch für Verbraucher unwiderstehlich sein. Das Handy wird einen immer reichhaltigeren Strauß an Möglichkeiten bieten: Es wird zum Beispiel als digitale Geldbörse zum Bezahlen eingesetzt werden, es wird ein Navigationssystem sein, und es wird zum Unterhaltungszentrum mit Musik und anderen Inhalten.

Heißt das, das noch junge Segment der digitalen Musikspieler ist schon wieder bedroht?

Wir sind natürlich einerseits selbst auf diesem Gebiet vertreten und haben Partnerschaften mit Gerätemarken wie Creative. Und ich denke auch nicht, daß die spezialisierten Musikspieler ganz aussterben werden. Wenn Sie mich aber fragen, welches tragbare Gerät künftig an erster Stelle zum Musikhören genutzt wird, würde ich ganz klar auf das Mobiltelefon tippen.

Sagen Sie also ein Ende der Erfolgsgeschichte für den Musikspieler iPod Ihres Rivalen Apple voraus?

Ich glaube nicht, daß der Erfolg des iPod sich auf Dauer fortsetzen läßt, so gut Apple auch sein mag. Ich finde, man kann da Parallelen zum Computer ziehen: Auch hier war Apple mit seinem Macintosh und der grafischen Benutzeroberfläche früher einmal extrem stark - ähnlich wie der iPod heute - und hat dann seine Position eingebüßt. Die Verbraucher wollen mehr Möglichkeiten haben, und sie werden diese auch bekommen, weil es auf diesem Gebiet so viele Innovationskraft gibt.

Ein anderer erfolgreicher Rivale, auf den Sie es offenbar abgesehen haben, ist das E-Mail-Gerät Blackberry des kanadischen Herstellers Research-in-Motion. Bislang fehlte Ihnen die Vorzeigefunktion des Blackberry, der "Push"-Service, der E-Mails direkt von einem Netzwerkrechner (Server) auf die Geräte schickt.

Das wird sich jetzt ändern: Wir haben nun die neue Version des Betriebssystems Windows Mobile vorgestellt, und in den kommenden Monaten kommt die nächste Stufe der Server-Software Exchange. Diese beiden Programme werden den "Push"-Versand erlauben.

Und nun will Microsoft den Blackberry aus dem Markt drängen?

Der Blackberry ist großartig, aber wir bringen einen neuen Ansatz. Beim Blackberry brauchen Sie Zugang auf einen separaten Server, und das kostet einiges extra. Bei uns wird die E-Mail-Funktion zum Teil der Server-Software. Das ist billiger und weniger komplex. Und deshalb wage ich die Vorhersage, daß Microsoft den drahtlosen E-Mail-Verkehr zu einer Allerweltsfunktion machen wird.

Weitere Themen

Topmeldungen

Der Impfstoff macht den Unterschied,  doch  wie heftig der Körper darauf reagiert, hängt oft auch entscheidend von der Psyche des Impflings ab.

Corona-Impfung : Die Angst vor den Nebenwirkungen

Ob und wie jemand auf den Impfstoff gegen Covid-19 reagiert, lässt sich nicht vorhersagen. Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen spielt dabei offenbar auch eine Rolle.

Deutschland vor Ungarn-Spiel : Keine Experimente!

Jetzt bloß nicht ohne Not das System über den Haufen werfen. Es war richtig, gegen Portugal derselben Aufstellung wie gegen Frankreich zu vertrauen. Auch, weil es keine eingespielte Alternative gibt.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.