https://www.faz.net/-gqe-vcrp

Messe OMD : Online-Werber setzen auf das mobile Internet

  • -Aktualisiert am

Werbung auf dem Handy Bild: UIM

Die Online-Marketingmesse OMD wird zum Schaulaufen für einen neuen Markt, die Werbung im mobilen Internet. Doubleclick und United Internet nutzen die OMD als Einstiegspunkt in den rasant wachsenden Markt.

          5 Min.

          Die Online-Marketingmesse OMD wird zum Schaulaufen für einen neuen Markt, die Werbung im mobilen Internet. Erst kürzlich haben Nokia mit der Übernahme von Enpocket und Google mit der Ausweitung des Werbeprogramms Adsense auf Handys ihre Ambitionen auf dem Markt der mobilen Werbung gezeigt. Auf der OMD in Düsseldorf werden nun Doubleclick und United Internet Media ihre neuen Produkte für die Werbung auf den Handy-Bildschirmen erstmals vorstellen. "Der Markt für mobiles Marketing hat inzwischen eine Größe erreicht, die nicht mehr ignoriert werden kann", sagte Ben Regensburger, der das internationale Geschäft von Doubleclick leitet.

          AGOF misst mobile Internetnutzung

          Das haben inzwischen auch die Marktforscher gemerkt: Die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung wird auf der OMD ein Instrument zur Messung der mobilen Internetnutzung präsentieren. "Da schon bald mehr Menschen mit ihrem mobilen Gerät auf das Internet zugreifen werden als mit einem stationären Computer, ist bereits klar, dass mobile Werbung ein großer Markt wird", sagte Marco Börries, der das mobile Internet bei Yahoo verantwortet. Von heute rund 1,5 Milliarden Euro werden die Ausgaben für Werbung auf dem Mobiltelefon bis zum Jahr 2011 auf rund 10 Milliarden Euro in aller Welt zulegen, schätzen Marktforscher.

          Ben Regensburger: „Der Markt der mobilen Werbung ist zu groß, um ignoriert zu werden”
          Ben Regensburger: „Der Markt der mobilen Werbung ist zu groß, um ignoriert zu werden” : Bild: Doubleclick

          Beim vorhergesagten Wachstum wollen alle dabei sein. Handyhersteller Nokia hat mit Enpocket daher einen Technikspezialisten für Handy-Werbung übernommen. "Wir wollen führend bei Internet-Services für Konsumenten sein. Die Werbung auf Mobiltelefonen wird ein wichtiges Element sein, um diese Dienste als Einnahmequelle attraktiv zu machen", sagte Tero Ojanperä von Nokia.

          Technisch kein Hexenwerk

          Zur OMD legen sich jetzt die Internet-Werber ins Zeug. Der gerade von Google übernommene Werbespezialist Doubleclick startet die mobile Werbevermarkting. Doubleclick Mobile weitet die Funktionen, die bisher nur aus dem stationären Internet bekannt waren, auf das mobile Internet aus. "Wir haben sehr viele Anfragen nach mobiler Werbung erhalten. Im Moment sind vor allem Markenkampagnen gefragt, auch für Videos", sagte Regensburger.

          Da sich das mobile Internet mehr und mehr von einem Arbeitsinstrument zu einer privat genutzten Plattform für Unterhaltung entwickelt, wachse auch die Akzeptanz der mobilen Werbung. "Werbung wird auf Unterhaltungs- oder Spieleseiten akzeptiert", sagte Regensburger. Unklar ist aber noch, welche Werbeformate auf die erhoffte Resonanz stoßen. "Ich glaube, die Werbung darf nicht zu klein sein, sondern wird in Form sogenannter Interstitials eher den ganzen Handy-Bildschirm ausfüllen", sagte Regensburger. Technisch sei die mobile Werbung kein Hexenwerk; vor allem die Anpassung der Werbeformate an die Handymodelle habe aber viel Vorarbeit erfordert.

          United Internet startes mobiles Werbeprogramm

          Auch der führende deutsche Online-Vermarkter United Internet Media startet zur OMD sein mobiles Werbeprogramm. "Die wachsende mobile Nutzung des Internet wird auch der mobilen Werbung einen neuen Stellenwert geben - alleine oder intelligent mit anderen Medien verknüpft", sagte Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media. Erste Werbekunden hat Ehrlich auch schon gefunden: Neckermann.de, Opel, Bwin, Universal Pictures oder Friendscout24 werden mit mobilen Kampagnen auf den Portalen Web.de und GMX vertreten sein, die noch in diesem Jahr auch mobil nutzbar werden sollen. Zum Start der mobilen Angebote sollen neben E-Mail auch die Suche, Shopping und redaktionelle Inhalte wie Nachrichten, Wirtschaft oder Sport zur Verfügung stehen. AOL hat sein mobiles Portal im Januar gestartet. "Die Bedeutung der mobilen Werbung wächst. Seit dem Start des mobilen AOL-Portals haben wir unsere Reichweite auf 200 000 Nutzer aufgebaut", sagte AOL-Geschäftsführer Torsten Ahlers.

          Auch Google mischt auf diesem Markt seit kurzem mit und hat dafür sein Werbeprogramm Adsense auf Handys ausgeweitet. Das System prüft automatisch den Inhalt der mobilen Internetseiten und liefert Textanzeigen, die für Besucher und Inhalte der Websites relevant sein sollen. Die Google-Partner verdienen wie im stationären Internet immer dann, wenn ein Handy-Nutzer auf die Anzeigen klickt.

          Weitere Themen

          Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021 Video-Seite öffnen

          Einbruch der Wirtschaft : Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021

          Nach dem Einbruch der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,0 Prozent. Damit senkte die Regierung ihre Wachstumsprognose - in ihrer Herbstprojektion war sie noch von einem Plus von 4,4 Prozent ausgegangen.

          Topmeldungen

          Corona-Teststation auf der Insel Ibiza

          Neues Corona-Medikament : Die Herbstzeitlose gibt Hoffnung

          In einer großen Covid-19-Studie soll der Pflanzenwirkstoff Colchicin überzeugt haben. Mit ihm wäre ein leicht verfügbares und preiswertes Mittel im Kampf gegen die schweren Krankheitsverläufe gefunden.

          Vendée Globe : Herrmann kollidiert mit Fischerboot – Dalin als Erster im Ziel

          Bei der härtesten Segelregatta der Welt überfährt Charlie Dalin als Erster die Ziellinie. Und dennoch ist der Franzose wohl nicht Sieger der Vendée Globe. Boris Herrmann entgeht auf der Jagd nach dem Podium nur knapp einer Katastrophe.

          Kulturkampf von oben : Frankreich streitet über seine Karikaturisten

          Vor einer Woche führte ein Dialog zweier Pinguine zum Shitstorm bei „Le Monde“. Jetzt zeichnen Frankreichs Karikaturisten auffällig brav. Zugleich bezichtigt ein Medienkritiker die Zunft des Kulturkampfs gegen Minderheiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.