https://www.faz.net/-gqe-8fk2p

Mehr Sicherheit : WhatsApp will alle Daten verschlüsseln

  • -Aktualisiert am

Mehr Sicherheit: Ab jetzt soll niemand mehr bei WhatsApp mitlesen können. Bild: dpa

Mitlesen sollen ab jetzt nur noch die beteiligten Nutzer: Der Kurznachrichtendienst verbessert den Datenschutz mit einem Sicherheits-Update. Eine Trotzreaktion gegen das FBI?

          1 Min.

          Der Kurznachrichtendienst WhatsApp hat angekündigt, die Datensicherheit seiner Nutzer zu verbessern. Ab jetzt sollen alle Nachrichten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Dritte unlesbar gemacht werden. Die Verschlüsselung soll beim nächsten Update für jeden Nutzer automatisch installiert werden.

          Update: WhatsApp-Nutzer werden demnächst so eine Nachricht zu sehen bekommen.

          Wer ein Smartphone mit einem Android-Betriebssystem hat, dessen Nachrichten werden schon seit längerem verschlüsselt. Bisher galt das aber nicht für iPhones mit ihrem iOS-System. Wenn ein Android-Nutzer eine Nachricht an einen iOS-Nutzer geschickt hat, wurde der Inhalt im Klartext übertragen – ohne dass es den Schreibenden kenntlich gemacht wurde. Diese Sicherheitslücke hat WhatsApp geschlossen. Damit sollen nun alle versendeten Fotos, Videos und Sprachnachrichten geschützt werden – aber nur wenn Sender und Empfänger die neueste WhatsApp-Version benutzen.

          Jan Koum, Mitgründer und Chef von WhatsApp, führt dazu im Blog des Nachrichtendienstes sehr persönliche Gründe an: „Ich bin während der Herrschaft der Kommunisten in der Sowjetunion aufgewachsen, und die Tatsache, dass Menschen nicht frei sprechen konnten, ist einer der Gründe, warum meine Familie nach Amerika ausgewandert ist.“

          Die Neuerung wird auch als Reaktion auf die aktuelle Debatte in den Vereinigten Staaten, wie weit das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre in der Strafverfolgung gehen darf, gewertet. Dort hat sich die amerikanische Polizeibehörde FBI mit dem amerikanischen Technik-Konzern Apple einen Rechtsstreit geliefert, ob das Hightech-Unternehmen den Ermittlern bei der Entschlüsselung seiner Geräte behilflich sein muss. Apple weigerte sich beim Aushebeln des Passworts eines iPhones eines Terroristen behilflich zu sein.

          Mit seinem Update könne WhatsApp auch keine Daten mehr an die Sicherheitsbehörden weiterleiten, schreibt WhatsApp-Chef Jan Koum. Ausgeschlossen ist deshalb aber nicht, dass die Strafverfolger eine technische Möglichkeit finden, die Verschlüsselung zu hacken. Im Rechtsstreit mit Apple hat ein externer Dienstleister dem FBI Zugang zum Handy verschafft. Den Konzernen im Silicon Valley wird unterstellt, den Behörden in Washington systematisch Daten vorzuenthalten.

          WhatsApp-Mitgründer Jan Koum: „Einer der Gründe, warum meine Familie nach Amerika ausgewandert ist“

          WhatsApp ist weltweit der beliebteste Messenger-Dienst. Etwa eine Milliarde Menschen nutzen WhatsApp und verschicken nach Angaben des Mitgründers Koum täglich etwa 42 Milliarden Nachrichten. Dazu kommen täglich 1,6 Milliarden Fotos und 250 Millionen Videos.

          Weitere Themen

          So geht Youtube mit Hassnachrichten um

          Künstliche Intelligenz : So geht Youtube mit Hassnachrichten um

          Nach der Bluttat in Hanau wird wieder über Hasskommentare im Netz diskutiert. Was macht Youtube dagegen? „Die Algorithmen werden immer besser“, sagt Youtubes Europachefin im F.A.Z.-Gespräch.

          Bauarbeiter wollen 6,8 Prozent mehr Lohn

          IG BAU : Bauarbeiter wollen 6,8 Prozent mehr Lohn

          Eine Lohnsteigerung von 6,8 Prozent – das fordert die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt für die anstehenden Tarifverhandlungen. Außerdem sollen die Bauarbeiter für den teilweise langen Weg zur Baustelle bezahlt werden.

          Topmeldungen

          Ein Eurofighter Typhoon auf der Farnborough Airshow nahe London im Juli 2018

          Konzernumbau : Airbus zerlegt die Rüstungssparte

          Die Folgen von Exportverboten für Waffen und verzögerte Großaufträge bekommt vor allem Deutschland zu spüren. 2400 Stellen will Airbus Defence abbauen. Und es soll einen neuen Jagdbomber geben.
          Lange hinterher, jetzt vornedran: die Wissenschaftsstadt Nürnberg

          Neue TU Nürnberg : Ein Professor für 25 Studenten

          Die neue TU Nürnberg soll die erste deutsche Uni-Neugründung seit 30 Jahren werden. Das Konzept ist ambitioniert – nicht nur, weil in Nürnberg alles komplett auf Englisch stattfinden soll.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.