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Medien : Saban treibt Verkauf von Pro Sieben Sat.1 voran

  • Aktualisiert am

Knackpunkt der Verhandlungen sind Sabans Preisvorstellungen Bild: AP

Neue Spekulationen über einen bevorstehenden Verkauf von Pro Sieben Sat.1 durch die Finanzinvestoren um Haim Saban haben die Aktie der Senderkette steigen lassen. Offizielle Kommentare dazu gibt es nicht.

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          Knapp drei Monate nach dem gescheiterten Verkauf von Pro Sieben Sat.1 an den Axel Springer Verlag treiben die Eigentümer der Sendergruppe um den amerikanischen Investor Haim Saban den Verkauf der TV-Gruppe voran.

          „Saban hat immer einmal wieder mit Interessenten gesprochen, jetzt wurden die Gespräche aber intensiviert“, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Am Mittwoch habe es eine Präsentation des Managements mit mehreren potentiellen Käufern gegeben, darunter seien der französische TV-Konzern TF1, die Finanzinvestoren KKR und Permira gewesen, die bereits bei dem luxemburgischen Sender SBS engagiert sind, sowie ein Konsortium aus dem Finanzinvestor Apax und dem Investment-Arm von Goldman Sachs.

          „Die sind weiter auf der Suche nach einem Käufer“, sagte ein hochrangiger Manager eines Finanzinvestors Reuters. „Es gibt keinen offiziellen Verkaufsprozeß im Moment, aber Sondierungen laufen schon die ganze Zeit über.“ Nach dem gescheiterten Verkauf an den Springer-Verlag im Februar hatte Saban erklärt, die Sendergruppe vorerst behalten zu wollen. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete von dem Treffen. Weder ein Sprecher Sabans noch Pro Sieben Sat.1 wollten sich dazu äußern.

          Die Investoren um den amerikanischen Milliardär Saban halten 88 Prozent der Stammaktien und 13 Prozent der Vorzüge von ProSiebenSat.1. Auch Springer wolle seine zwölf Prozent Stammaktien abgeben, berichtete die Zeitung. Der Verkauf sei für September oder Oktober vorgesehen. Die interessierten Finanzinvestoren wollten Pro Sieben Sat.1 offenbar mit dem Bezahlfernsehsender Premiere verbinden. „Bezahl-Fernsehen und frei empfangbares Fernsehen in einem Unternehmen ergibt Sinn“, sagte HVB-Analyst Peter-Thilo Hasler. Die Frage sei, ob Pay-TV noch sinnvoll sei, nun, da die Deutsche Telekom Internet-Fernsehen aufbaue.

          Alles eine Preisfrage

          Knackpunkt der Verhandlungen sind Sabans Preisvorstellungen. Nach Angaben aus den Kreisen schweben ihm rund 30 Euro je Aktie vor. Angebote von KKR/Permira und Goldman Sachs/Apax habe Saban der Zeitung zufolge schon im Februar als zu niedrig abgelehnt. „Keiner ist bereit, seinen Preisvorstellungen zu folgen“, hieß es in den Finanzkreisen. „Man kann sagen, 30 Euro sind extrem ambitioniert, wenn nicht gar absurd“, sagte ein anderer Beteiligter. Womöglich sei Saban aber bei einem Preis von 25 bis 28 Euro je Aktie verhandlungsbereit. Bei dem am Widerstand der Genehmigungsbehörden gescheiterten Verkauf an Springer wollte der Verlagskonzern 23,37 Euro je Stammaktie zahlen.

          Hintergrund für die hohen Forderungen Sabans könnte auch die zunehmende Konjunkturzuversicht in Deutschland sein, die sich in anziehenden Werbeerlösen niederschlagen dürfte. Pro Sieben Sat.1 hat erklärt, nach mehreren schwachen Jahren für den deutschen Werbemarkt 2006 wieder ein Plus von zwei Prozent zu erwarten.

          Die Aussicht auf einen hohen Verkaufspreis trieben die Aktie der Senderkette und von Premiere zu Wochenschluss nach oben. Mit einem Plus von zeitweise mehr als vier Prozent auf 22,75 Euro gehörten ProSiebenSat.1 zu den größten Gewinnern im Index für mittelgroße Werte, dem MDax. Im Sog dessen legten auch Premiere-Aktien um 1,6 Prozent auf 12,44 Euro zu.

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