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Medien : Pro Sieben bleibt bei Saban

  • Aktualisiert am

Saban setzt auf steigende Einnahmen bei Pro Sieben Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Nach dem gescheiterten Verkauf von Pro Sieben Sat.1 an den Springer-Verlag will der amerikanische Milliardär Haim Saban an Deutschlands größtem TV-Konzern jetzt vorerst festhalten.

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          Nach der geplatzten Übernahme von Pro Sieben Sat.1 durch den Verlag Axel Springer wollen die Eigentümer des Fernsehkonzerns das Unternehmen vorerst nicht verkaufen. Die acht Investoren um den amerikanischen Milliardär Haim Saban hätten trotz beträchtlichen Interesses potentieller Käufer beschlossen, Pro Sieben Sat.1 nicht zu veräußern, bestätigte Saban am Montag.

          „Das Unternehmen entwickelt sich extrem gut“, hieß es laut einer Mitteilung. Er habe sich mit seinen Finanzinvestoren darauf verständigt, trotz des großen Interesses den Verkaufsprozeß nicht weiter zu verfolgen, sagte Saban der Mitteilung zufolge weiter.

          Saban spielt auf Zeit

          Branchenexperten sind sich einig, daß Saban nur auf Zeit spielt. Er könnte die nächsten Wochen und Monate dafür nutzen, die Pro Sieben Sat.1 weiter herauszuputzen - zum Beispiel durch eine Allianz mit dem angeschlagenen Bezahlsender Premiere. Ein Verkauf von Pro Sieben Sat.1 noch in diesem Jahr gilt weiterhin als wahrscheinlich.

          Bild: F.A.Z.

          Analysten sehen in der Beendigung der Verkaufsgespräche einen taktischen Schritt. Vermutlich seien die Finanzinvestoren zu dem Schluß gekommen, daß der bessere Werbemarkt in Deutschland zu steigenden Umsätzen von Pro Sieben Sat.1 führen könnte und daher künftig ein höherer Preis erzielbar sei. „Saban wird verkaufen. Es ist nur die Frage wann“, sagte Analyst Michael Schacht vom Handelshaus Chevreux.

          Breites Interesse an Übernahme des Fernsehkonzerns

          Axel Springer hatte der Senderfamilie im August 2005 ein Übernahmeangebot gemacht, dieses nach einem monatelangen Ringen um die kartell- und medienrechtliche Genehmigung Anfang Februar aber wieder zurückgezogen. Mehrere internationale Medienkonzerne und Finanzinvestoren hatten daraufhin grundsätzliches Interesse an einer Übernahme von Pro Sieben Sat.1 gezeigt.

          Das Konsortium aus Saban Capital Group Inc, Alpine Equity Partners LP, Bain Capital Investors LLC, Hellman & Friedman LLC, Providence Equity Partners Inc, Putnam Investments,Quadrangle Group LLC und Thomas H. Lee Partners LP hat einen Stimmrechtsanteil von 88 Prozent an Pro Sieben.

          Die Investoren hatten die Mehrheit an ProSiebenSat.1 2003 im Zuge der Kirch-Pleite erworben. Für die erste Tranche der Aktien hatten sie 7,50 Euro pro Stück bezahlt. Die Springer-Gruppe hatte die Anteile für 23,37 Euro je Stammaktie übernehmen wollen.

          Steigende Werbeeinnahmen bei Pro Sieben

          Erst vergangene Woche hatte Pro Sieben Sat.1 bekannt gegeben, 2005 von anziehenden Werbeeinnahmen und dem Kauf des Quizsenders 9Live profitiert zu haben. Vorläufigen Zahlen zufolge wuchs der Überschuß um 65 Prozent auf knapp 221 Millionen Euro. Einige Analysten erhöhten daraufhin die Bewertung für die TV-Gruppe, deren Aktienkurs in der Folge auf mehr als 21 Euro kletterte.

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