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Medien : Haim Saban nimmt Abschied von Pro Sieben Sat.1

Auch nach Sabans Verkauf soll die Sendergruppe an der Börse bleiben Bild: dpa

Die neuen Eigentümer KKR und Permira wollen den deutschen Sender mit der Fernsehgruppe SBS, die sie bereits besitzen, fusionieren und die RTL-Gruppe als europäischen Marktführer ein- oder sogar überholen.

          Haim Saban war aufgeräumt und gut aufgelegt, ganz so wie ihn die deutschen Medienbeobachter kennen. Mit einem großen „Good Morning“ begrüßte er am Freitag morgen die Teilnehmer einer Telefonkonferenz zur Übernahme von Pro Sieben sat.1.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Sein Gemütszustand ist kein Wunder, hat er die Fernsehgruppe Pro Sieben Sat.1 doch für 3,1 Milliarden Euro verkauft. Eingestiegen war er mit seinen Mitinvestoren im Frühjahr 2003 für ganze 525 Millionen Euro. Die jetzige Transaktion, mit der die Finanzinvestoren KKR und Permira 50,5 Prozent des Grundkapitals von Pro Sieben Sat.1 erwerben, ist insgesamt sogar 5,9 Milliarden Euro schwer. Da kann man durchaus gute Laune haben.

          Kein Stellenabbau geplant

          Die wichtigste Nachricht für Pro Sieben Sat.1, verkündeten die neuen Eigentümern der deutschen Sender am Freitag morgen auch: Sie werden die deutschen Sender mit der Fernsehgruppe SBS, die sie bereits besitzen, fusionieren, haben aber keine Pläne für einen Stellenabbau und wollen auch nicht den Zuschnitt der Programme verändern. „Es gibt absolut keine Personalabbaupläne“, sagte der Pro SiebenSat.1-Finanzvorstand Lothar Lanz.

          Auch der Permira-Deutschlandchef Thomas Krenz betonte, das Konzept der Finanzinvestoren sehe keinen Arbeitsplatzabbau vor. Die Strategie sei auf Wachstum ausgerichtet. Man wolle, heißt es von KKR und Permira, expandieren und gegebenenfalls die RTL-Gruppe als europäischen Marktführer einholen oder sogar überholen. Der Verkauf von Pro Sieben Sat1. soll im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen werden.

          Gutes Geschäft für Saban

          Die Kartell- und Medienbehörden müssen noch zustimmen. Doch ist dem Verkäufer Saban davor nicht bange: „Ich liebe die deutschen Kartellbehörden“, sagte er mit Blick auf dem Umstand, daß das Bundeskartellamt und die Medienaufsicht KEK den geplanten Verkauf von Pro Sieben Sat.1 an Springer in diesem Frühjahr blockiert hatten. Damals hätte Saban rund eine halbe Milliarde Euro weniger für die Sender bekommen als jetzt, wo er keine Beschränkungen gewärtigen muß. Permira und KKR beabsichtigen zudem, den übrigen Aktionären von ProSiebenSat.1 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu machen.

          Und gute Nachrichten gibt es auch für die Spitze von Pro Sieben Sat.1. Den Vorstandsvorsitzenden Guillaume de Posch lobte Saban als „besten Medienmanager Europas, vielleicht der ganzen Welt“. Daß man mit ihm weiter zusammenarbeiten wolle, daran ließen auch Permira und KKR keinen Zweifel, de Posch sagte, er wolle gerne weitermachen.

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