https://www.faz.net/-gqe-t3ot

Medien : EU-Gericht hebt Fusion von BMG und Sony auf

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Europäische Gerichtshof hat die Genehmigung für den Zusammenschluß von Bertelsmann Music Group und Sony vom Sommer 2004 aufgehoben. Die Unternehmen müssen die Fusion abermals bei der EU-Kommission beantragen.

          2 Min.

          Der Europäische Gerichtshof hat die Genehmigung für den Zusammenschluß von Bertelsmann Music Group und Sony aufgehoben. Das EU-Gericht erklärte am Donnerstag in Luxemburg eine kartellrechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission vom Sommer 2004 für nichtig.

          Das zweithöchste EU-Gericht erklärte, die EU-Wettbewerbshüter hätten damals nicht hinlänglich gezeigt, daß das fusionierte Unternehmen keine Monopolposition habe. Es unterstützte damit die Position der unabhängigen Plattenfirma Impala.

          Unternehmen müssen Fusion abermals anmelden

          „Das heutige Urteil hat keine Auswirkungen auf den Bestand des Joint Ventures Sony BMG“, hieß es bei Bertelsmann. Bertelsmann kündigte an, das Urteil sorgfältig zu prüfen und mit der EU-Kommission die nächsten Schritte zu besprechen.

          Top-Star bei Sony BMG: Britney Spears

          Der Sprecher von EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die den Fall von ihrem Vorgänger Mario Monti geerbt hat, sagte, die Unternehmen müßten ihre Fusion neuerlich in Brüssel anmelden und die Kommission werde diese dann anhand der herrschenden Marktbedingungen untersuchen. „Wir werden das Urteil zunächst genau studieren. Aber es ist klar, daß wir die Fusion erneut untersuchen müssen“, erklärte der Sprecher in Brüssel.

          2004 keine ausreichenden Gründe gegen Fusion erkennbar

          Damals hatte die EU-Kommission die Fusion der Musiksparten der Bertelsmann-Gruppe (BMG) und des Elektronik-Konzerns Sony zum weltweit zweitgrößten Musikkonzern nach anfänglichen Bedenken ohne Auflagen genehmigt. Die Brüsseler Kommission kam vor zwei Jahren zu dem Ergebnis, daß gegen den Zusammenschluß keine ausreichend gewichtigen Gründe sprächen.

          Man kündigte aber an, die zunehmende Konzentration auf dem Musikmarkt aber weiter aufmerksam zu beobachten. Sony und Bertelsmann hatten die Elefantenhochzeit der Branche bereits im Dezember 2003 angekündigt.

          Die EU-Kommission hatte zunächst befürchtet, daß die dadurch entstehende Konzentration den Verbrauchern schaden könnte, weil eine kollektive Dominanz entstehen oder verstärkt werde. Nach damaligen Erkenntnissen der Brüsseler Behörde würden mit dem Zusammenschluß zu BMG-Sony nur vier Konkurrenten 80 Prozent des europäischen Marktes unter sich aufteilen.

          Mit der EU-Entscheidung vom 2004 wurde ein monatelange andauerndes Ringen um den Zusammenschluß, der vor allem bei unabhängigen Musikanbietern auf Widerstand stieß, beendet.

          Mögliche Auswirkungen auf weitere Fusionen

          Die Entscheidung des zweithöchsten EU-Gerichts könnte auch eine große Hürde für einen Zusammenschluß von Warner Music und EMI bedeuten. Die weltweit dritt- und viertgrößten Musikkonzerne haben rund 4,6 Milliarden Dollar geboten, um den jeweils anderen zu übernehmen, beide Konkurrenten lehnten das Angebot aber ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Super Saturday“ : Britische Regierung beantragt Brexit-Verschiebung

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.