https://www.faz.net/-gqe-7t588

Konkurrenz zu Google : Amazon kauft Video-Webseite Twitch für eine Milliarde Dollar

  • Aktualisiert am

Besonders bei jungen Nutzern beliebt: So präsentierte sich Twitch in diesem Jahr auf der Elektronikmesse E3 in Los Angeles Bild: dpa

Amazon verschärft die Konkurrenz zu Google: Der Online-Händler kauft mit Twitch ein mögliches Konkurrenzangebot zu Googles Youtube. Der Machtkampf der Internet-Giganten geht in die nächste Runde.

          1 Min.

          Bei diesem Deal geht es um die Zukunft des Fernsehens und die Aufmerksamkeit junger Internet-Nutzer. Der Online-Händler Amazon kauft für rund eine Milliarde Dollar die Video-Website Twitch, auf der Gamer ihren Mitspielern live beim Spielen zusehen und Mitschnitte vom Spielverlauf veröffentlichen können.

          Der Dienst kam zuletzt auf rund 55 Millionen Nutzer, von denen eine Million Videos im Netz plazierte. Der Kaufpreis liege bei rund 970 Millionen Dollar in bar, teilte Amazon mit.

          Als wahrscheinlicher Käufer war zuvor seit Mai Google gehandelt worden. Der Internet-Konzern mit seiner mächtigen Videoplattform Youtube sei aber wegen möglicher Probleme mit Wettbewerbshütern besorgt gewesen, berichtete das Magazin „Forbes“ unter Berufung auf informierte Personen.

          Amazon plant eigenes Werbesystem

          Das „Wall Street Journal“ hatte am Montag wenige Stunden vor Bestätigung des Deals einen Preis von mehr als eine Milliarde Dollar berichtet. Beim Online-Dienst „The Information“, der als erster Amazon als Käufer nannte, hieß es, auch Google habe rund eine Milliarde Dollar bezahlen wollen.

          Twitch war vor gut drei Jahren eher als Nischenangebot gestartet. Der Dienst gewann aber schnell Popularität vor allem bei jungen Internetnutzern -  und wilderte damit im Revier von Googles Online-Videodienst YouTube. Amazon wird mit dem Kauf von Twitch nun noch etwas mehr zum Konkurrenten für Google.

          Medienberichten zufolge will der Online-Händler demnächst auch ein eigenes System zur Vermarktung von Werbeplatz im Internet starten. Amazon hat auch ein eigenes Geschäft mit Online-Spielen auf Basis des Betriebssystems Android.

          Weitere Themen

          Endspiel um die Uploadfilter

          Urheberrecht : Endspiel um die Uploadfilter

          Musiker, Youtube-Vertreter und andere Lobbyisten fürchten die Reform des Urheberrechts. Die Fachleute streiten sich: Kommen die Kreativen zu kurz – oder die Meinungsfreiheit?

          Topmeldungen

          Showtime für Ola  Källenius, 51: Am Donnerstag präsentiert er sein elektrisches Spitzenmodell: „So etwas hat die Welt noch nicht gesehen.“

          Elektro-S-Klasse von Mercedes : Der Tesla-Jäger

          Der Daimler-Chef Ola Källenius verkauft fünfmal so viele Autos wie Elon Musk. Trotzdem ist Tesla das Siebenfache wert. Jetzt bläst der Schwede zum Angriff.
          Hier wurde die Notbremse schon gezogen: Passanten am 14. April in der Münchener Innenstadt

          Infektionsschutzgesetz : Hitzige Debatte in Koalition über Notbremse

          In den Fraktionen von Union und SPD wird die Bundes-Notbremse bis in die Details diskutiert. Manche wollen Sport im Freien sicherstellen, andere fragen nach Sonderregelungen für Kinderschuhgeschäfte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.