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Neuer Streaming-Dienst : Musikalisches Pathos

  • -Aktualisiert am

Rapper und Unternehmer: Jay-Z macht Spotify Konkurrenz. Bild: AFP

Popstars wie Madonna, Rihanna und Jay-Z haben sich verbündet, um einen eigenen Streamingdienst zu gründen. Gut so, das belebt das Geschäft. Nur das Pathos ist ein wenig dick aufgetragen.

          Mit viel Pathos haben 18 Weltstars der Popkultur am Montag ein nach ihrer Auffassung neues Zeitalter der Musikgeschichte eingeläutet. Sie wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, und nicht den Technikkonzernen überlassen. Deshalb präsentierten sie am Montag ganz einträchtig den Online-Dienst Tidal.

          Über Tidal können nun Musikfans in zahlreichen Ländern der Welt rund 25 Millionen Musikstücke per Internetverbindung in Echtzeit anhören – ganz ähnlich wie bei der Konkurrenz, ob sie nun Spotify, Deezer oder bald auch Apple heißt.

          Branchenbeobachter bemerken zurecht, dass dieser Schritt einen jungen Markt beflügeln könnte. Das Geschäft ist hochattraktiv. Das beweist auch, dass die Stars nun ins Streaming einsteigen und wie im Falle von Tidal-Mitgründer und Rapper Jay-Z dafür zweistellige Millionenbeträge ausgeben.

          Jay-Z selbst trommelt mit großen Worten für seinen Dienst. Früher seien Musiker die Ikonen gewesen, heute seien an ihre Stelle die Technikkonzerne getreten, klagt der Rapper im Werbevideo für seinen Dienst. Und er sagt, dass Künstler keine Produkte seien. Damit legt Jay-Z die Latte ganz hoch. Denn sollte Tidal irgendwann einmal seinen Eigentümern Geld einbringen, dann müssen sich die Superstars überlegen, was sie damit anstellen. Wie wäre es mit einem Fonds für junge, noch unbekannte Musiker?

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