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Alexander Armbruster (ala.)

Apple : Gelddruckmaschine iPhone

Tim Cook während der Vorstellung des iPhone 7 im September des vergangenen Jahres. Bild: AP

Apple verdient mit seinem Smartphone mehr Geld als deutsche Autohersteller mit ihren Autos. Und ein Ende ist nicht absehbar - auch wegen Tim Cooks Prophezeiung.

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          780 Milliarden Dollar – so viel Geld ist der Technologiekonzern Apple nun an der Börse wert. Kein Unternehmen auf der ganzen Welt bringt es (bislang) auf eine höhere Marktkapitalisierung, und die sechs Prozent Kursplus, mit der Anleger die neuen Apple-Geschäftszahlen nachbörslich bedachten, sind darin noch nicht einmal enthalten.

          Dahinter steht wesentlich ein einziges Produkt, das unlängst zehn Jahre alt geworden und in der Rückschau ein einzigartiger Erfolg ist: das iPhone. 41 Millionen mal hat Apple es alleine in den vergangenen drei Monaten verkauft.

          Häufiger als gedacht, häufiger als im Vorjahr, und vor allem häufig im Hinblick darauf, dass das nächste Modell (Nummer 8) in Aussicht ist, dass wohl eine deutliche Veränderung gegenüber dem Vorgänger sein wird. Ob sich der verstorbene Apple-Anführer Steve Jobs das jemals hätte träumen lassen, der im Jahr 2007 der erste iPhone der Weltöffentlichkeit präsentierte?

          Quasi-Erweiterung unseres Gehirns

          Ein Zahlenvergleich zeigt eindrücklich, was das iPhone bedeutet, diese Quasi-Erweiterung unseres Gehirns, die immer in der Jacken- oder Hosentasche mit dabei ist und vielfältigst befragt wird rund um die Uhr, sieben Tage die Woche: Mit dem iPhone machte Apple im vergangenen Jahr mehr Umsatz als der deutsche Premium-Autohersteller BMW, dessen Führung heute zum Dieselgipfel nach Berlin reitet wie die Manager der anderen deutschen Autokonzerne, mit allen seinen verkauften Wagen. Oder als der Versicherer Allianz, der Industriekonzern Siemens oder die Deutsche Post.

          Und dabei geht es „nur“ um die Umsätze. Der Blick auf die Gewinne ist noch einmal aufreibender – Apple schaffte insgesamt nun, und inklusive aller Produkte, nicht nur des iPhones, ungefähr 8,7 Milliarden Dollar in drei Monaten. Eine regelrechte Gelddruckmaschine.

          Ein Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Die nächste iPhone-Generation kommt in diesem Jahr. Mit anderen Ideen verdient Apple nun offenkundig auch mehr Geld. Und schließlich geht es mutmaßlich auch um ganz neue Produkte oder Dienste, die Apple in Vorbereitung hat und die sich auf das Thema Künstliche Intelligenz fokussieren.

          Der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook sagte dazu, während er die neuen Geschäftszahlen vorstellte, einer Prophezeiung gleich: „Wir sind sehr fokussiert auf autonome Systeme aus einer kerntechnologischen Perspektive. Wir haben ein riesiges Projekt am Laufen und bringen dort große Investitionen ein. Aus unserer Sicht ist Autonomie so etwas wie die „Mutter aller KI-Projekte“ und autonome Systeme können vielfältig verwendet werden, Fahrzeuge sind nur eine Möglichkeit.“ Weiter ausführen wollte er das nicht. Dass die Apple-Ingenieure an einem Luftschloss bauen könnten, ist mit Blick auf Apples Geschichte aber sehr unwahrscheinlich.

          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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