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iPad & Co. : Tabletrechner verdrängen PCs

In zwei Jahren könnten erstmals mehr Tabletrechner als PCs verkauft werden. Bild: REUTERS

Tabletcomputer stellen den Markt auf den Kopf: 2013 wurden mehr als 195 Millionen dieser Geräte verkauft - so viele wie noch nie. Darunter leiden die Hersteller klassischer PCs.

          Klein, leicht und einfach zu bedienen – immer mehr Verbraucher kaufen Tabletcomputer und haben so den klassischen Computermarkt binnen drei Jahren auf den Kopf gestellt. Während die Hersteller traditioneller Personalcomputer (PC) 2013 deutlich Absatzrückgänge hinnehmen mussten, sind die Verkäufe der flunderflachen Tablets in die Höhe geschnellt. Nach Angaben der Marktbeobachter des Analystenhauses Gartner wurden im vergangenen Jahr mehr als 195 Millionen dieser Geräte verkauft – soviel wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte sich der Absatz um 68 Prozent.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dem steht ein Absatzrückgang von rund 10 Prozent auf dem klassischen PC-Markt gegenüber. Im vergangenen Jahr hatten Hersteller wie Hewlett-Packard oder Dell noch 315 Millionen der herkömmlichen Rechenkisten verkauft. Ein Ende dieser Talfahrt ist angesichts des Kaufverhaltens vieler Kunden nicht in Sicht. Dagegen fahren Tabletanbieter wie Apple, Samsung und Amazon die Fertigungskapazitäten hoch. Die Branche rechnet für dieses Jahr damit, die Verkaufshürde von 200 Millionen Geräten locker zu überspringen. In zwei Jahren könnten erstmals mehr Tabletrechner als PCs verkauft werden.

          Lenovo setzt auf die Entwicklung von preiswerteren Geräten

          Kein Wunder: Sind doch preiswerte, für neue Kundengruppen leichter erschwingliche Geräte weiter auf dem Vormarsch. Die taiwanische Asus-Gruppe bietet Laptopcomputer mit abnehmbaren und voll funktionsfähigen Bildschirmen an. Sony stellte auf der Mobilfunkmesse in Barcelona in der vergangenen Woche einen hauchdünnen Tabletcomputer vor.

          Während der Marktführer Apple und die koreanische Samsung-Gruppe weiter das obere Preisende des Marktes dominieren, hat sich die Entwicklung hin zu preiswerteren Geräten vor allem der chinesische Hersteller Lenovo zu eigen gemacht, der seine Verkaufszahlen auf mehr als 6,5 Millionen Geräte verdreifachte. Lenovo hatte im vergangenen Jahr Hewlett-Packard als größten PC-Anbieter der Welt verdrängt und sich zum Branchenprimus aufgeschwungen. Nun rückte der Vorstandsvorsitzende Yang Yuanqin auch die Märkte für Smartphones und Tabletcomputer ins Zentrum. Samsung, nach Apple die Nummer zwei im Markt, hat im vergangenen Jahr seine Verkäufe ebenfalls mehr als verdreifacht und verkaufte mehr als 37 Millionen Geräte.

          Wie die meisten Tabletcomputer laufen auch die Samsung- und die Lenovo-Geräte mit der Android-Software von Google. Apple setzt traditionell auf sein hauseigenes Betriebssystem iOS. In China arbeiten Entwickler an einem eigenen Computerprogramm, um sich von der amerikanischen Dominanz dieses Marktes zu lösen.

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