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Internethandel : Amazon überrascht mit Gewinn

  • Aktualisiert am

Es ist angerichtet: Amazon kommt unter Anlegern offenbar wieder groß in Mode. Bild: Reuters

Der weltgrößte Internet-Händler verdient unter dem Strich wieder Geld. Das freut die Anleger und führt zu einem gewaltigen Kurssprung an der Börse. Vor allem das Cloud-Geschäft läuft offenbar wie geschmiert.

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          Erst kommt das Wachstum, dann der Gewinn - und manchmal auch beides: Der weltgrößte Internethändler Amazon hat in den vergangenen drei Monaten unter dem Strich überraschend Geld verdient und zugleich seinen Umsatz um rund ein Fünftel gesteigert. Das begeisterte Investoren: Im nachbörslichen Handel stieg der Aktienkurs um mehr als 17 Prozent.

          Grund für die überschwängliche Kursreaktion dürfte die wesentlich übertroffenen Erwartungen professioneller Amazon-Beobachter gewesen sein; sie hatten eher einen kleinen abermaligen Verlust erwartet als einen Gewinn. Infolge des Kurssprungs ist Amazon an der Börse nun wieder wertvoller als der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart, der gestern bekannt gegeben hatte, einen chinesischen Online-Händler komplett übernommen zu haben. Um besser mit Amazon konkurrieren zu können. Dabei macht Wal-Mart dessen ungeachtet immer noch fünf Mal mehr Umsatz als Amazon.

          Die Cloud macht's

          An Amazons nun vorgelegten neuen Zahlen beeindruckte zumal das Cloud-Geschäft, das Rechenleistung aus dem Netz für viele Start-Ups und etablierte Unternehmen anbietet. Der Umsatz dieses Bereichs schoss im Jahresvergleich um über 80 Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar nach oben, sein operativer Gewinn von 77 auf 391 Millionen Dollar.

          Amazon legt erst seit Anfang dieses Jahres extra ausgewiesene Zahlen für sein Cloud-Geschäft vor. Schon im ersten Quartal erzielte der Konzern hier einen operativen Gewinn in Höhe von 256 Millionen Dollar, während Analysten zuvor gezweifelt hatten, ob der Bereich angesichts des scharfen Wettbewerbs mit Rivalen wie Google und Microsoft überhaupt profitabel sein würde.

          Insgesamt verdiente Amazon in der Zeit zwischen April und Juni 92 Millionen Dollar. Im Vierteljahr davor hatte der Konzern noch 57 Millionen Dollar verloren und im entsprechenden Vorjahresquartal 126 Millionen Dollar.

          Amazon heuert Tausende Mitarbeiter an

          Firmengründer Jeff Bezos war bisher dafür bekannt, verdientes Geld schnell wieder in den Ausbau des Geschäfts zu stecken. Die Anleger gewöhnten sich daher an bestenfalls vergleichsweise kleine Gewinne, auch wenn sie schwache Quartale immer wieder mal mit Kursabschlägen abstraften.

          Jetzt übertrafen die Ergebnisse die Erwartungen der Analysten deutlich. Ein Grund war, dass diesmal die Kosten langsamer wuchsen als die Einnahmen: Amazon braucht unter anderem viel Geld für die Logistik-Infrastruktur. Im vergangenen Jahr hatte zudem der Flop des ersten hauseigenen Smartphones Fire Phone die Bilanz belastet.

          Zugleich stieg die Mitarbeiter-Zahl binnen eines Jahres um 38 Prozent auf 183.100, allein in den vergangenen drei Monaten wurden es rund 18.000 Beschäftigte mehr. Unter anderem brauche Amazon mehr Leute für Lager und Call Center, sagte Finanzchef Brian Olsavsky in einer Telefonkonferenz.

          Der Umsatz erreichte derweil knapp 23,2 Milliarden Dollar, teilte Amazon nach Börsenschluss in Amerika am späten Donnerstagabend mit. Im Heimatmarkt sprangen die Erlöse um ein Viertel auf knapp 13,8 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis wurde mit 703 Millionen Dollar mehr als verdoppelt.

          Im internationalen Geschäft gab es dagegen nur ein Umsatzplus von drei Prozent auf 7,56 Milliarden Dollar, der operative Verlust stieg von 2 auf 19 Millionen Dollar. Die Auslandszahlen werden infolge der Umrechnung in die amerikanische Währung vom starken Dollar-Kurs gedrückt.

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