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Internet : T-Online erstmals mit Gewinn

  • Aktualisiert am

T-Online-Chef Rainer Beaujean Bild: AP

Zum ersten - und letzten - Mal in der Firmengeschichte weist T-Online ein positives Nettoergebnis aus. In Zukunft gehören die Gewinne, die derzeit vor allem das Breitbandgeschäft bringen, der Mutter Telekom.

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          T-Online hat im voraussichtlich letzten Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen erstmals einen Konzerngewinn erzielt.

          Das Internet-Unternehmen, das wieder in den Mutterkonzern Telekom integriert und von der Börse genommen werden soll, erzielte 2004 vor allem dank steigender Kundenzahlen für das lukrative Breitband DSL einen Nettogewinn von 317 Millionen Euro nach einem Verlust von 145,7 Millionen Euro im Jahr zuvor. Einschließlich Einmaleffekten betrug das Plus 300 Millionen Euro.

          3,2 Millionen DSL-Kunden in Deutschland

          T-Online habe seine Prognosen erfüllt beziehungsweise teilweise sogar übertroffen, erklärte Vorstandschef Rainer Beaujean am Mittwoch. Der Umsatz verbesserte sich um 9,3 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 48,7 Prozent auf 472,3 Millionen Euro.

          Finanzvorstand Jens Becker wies darauf hin, daß die Akzeptanz von bezahlpflichtigen Inhalten bei den Kunden gestiegen sei. Vor allem Breitband-Kunden seien offen dafür. Die Zahl der DSL-Tarifkunden stieg in Deutschland um gut eine Millionen auf 3,2 Millionen. Der Zuwachs liege deutlich über den Planungen, erklärte Beaujean.

          Breitband als Wachstumsmotor

          In diesem Jahr will das Unternehmen neue Kunden vor allem mit DSL-Komplettpakten und der Möglichkeit von Telefongesprächen über das Internet locken. Das Angebot für Internettelefonie soll auf der Computermesse Cebit vorgestellt werden. Wegen der Anlaufkosten für die Komplettangebote wird das Ergebnis nach T-Online-Planungen 2005 etwa 100 bis 200 Millionen Euro unter dem Ebitda des vergangenen Jahres liegen. Der Umsatz soll dagegen um 400 bis 600 Millionen Euro deutlich steigen.

          Beaujean betonte, T-Online werde auch nach der Verschmelzung mit der Telekom seine Strategie fortsetzen. Das Unternehmen setzt dabei vor allem auf das Breitband, daß laut Beaujean der wichtigste Wachstumsmotor der Branche ist. So werde in Deutschland bis 2007 ein jährliches Marktwachstum von etwa 30 Prozent erwartet.

          Noch kein Boom bei Video on Demand

          Deutlich wachsen will das Unternehmen mit einer aggressiven Marketingstrategie in Frankreich und Spanien, wo T-Online mit seinen Töchtern Club Internet und Ya.Com präsent ist. Man werde aber nicht „koste es was es wolle Teilnehmer gewinnen“, betonte der Vorstandschef. Zukäufe schloß Beaujean nicht aus, bis jetzt habe man aber noch nichts gesehen, was attraktiv gewesen wäre.

          Ein deutliches Wachstum verzeichnete T-Online im vergangenen Jahr bei kostenpflichtigen Musikdownloads. Allein im Dezember seien 1,4 Millionen Downloads gezählt worden. Bei Video on Demand gebe es war noch keinen derartigen Boom, die Nachfrage steige aber, sagte Beaujean.

          „Wertzuwachs“ durch Kombination der Unternehmen

          Keine Empfehlung wollte Beaujean den T-Online-Aktionären geben, die nach dem Ablauf des Barangebots von 8,99 Euro ihre Anteilsscheine in Telekom-Aktien tauschen können. Die Telekom hatte im Oktober 2004 angekündigt, ihre Internet-Tochter wieder von der Börse nehmen zu wollen.

          Die T-Online-Aktie war im April 2000 zum Kurs von 27 Euro an die Börse gebracht worden. Zu der Verschmelzung sagte Beaujean: „Wir sehen Wertzuwachs in der Kombination beider Unternehmen.“

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