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Internet : Surfer mögen Ebay und Geizkragen.de

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Bild: F.A.Z.

Die Internet-Nutzung, deren Anstieg 2002 abzuflachen schien, hat erneut steil zugenommen. 56 Prozent der Deutschen nutzen das neue Medium. Gewinner sind der Online-Marktplatz Ebay und der Schnäppchenführer Geizkragen.de.

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          Das Internet zeigt keine Zeichen der Ermüdung. Im Gegenteil: Die Internet-Nutzung, deren Anstieg im Jahr 2002 abzuflachen schien, hat in den vergangenen zwölf Monaten erneut steil zugenommen, hat das Institut für Demoskopie Allensbach mit seiner Computer- und Technik-Analyse Acta 2003 herausgefunden. Inzwischen nutzen 56 Prozent der Deutschen das neue Medium.

          Aber nicht alle Internet-Angebote haben gleichmäßig von der wachsenden Popularität profitiert: Der Online-Marktplatz Ebay und der Schnäppchenführer Geizkragen.de hatten in den vergangenen zwölf Monaten besonders große Zuwächse zu verzeichnen. Dagegen gehören Suchmaschinen wie Altavista oder Online-Dienste wie Compuserve zu den großen Verlierern des vergangenen Jahres, haben die Allensbach-Forscher herausgefunden.

          Google verdrängt T-Online

          Die Suchmaschine Google, die von 14,4 Millionen Menschen jede Woche genutzt wird, hat sich mit einem Zuwachs von 72 Prozent klar an die Spitze der Nutzergunst gesetzt und T-Online verdrängt. Der bisherige Spitzenreiter T-Online hat sogar Mühe, seinen zweiten Platz in der Reichweitenrangliste gegen Senkrechtstarter Ebay zu verteidigen. Die Portal-Pioniere Yahoo und Lycos haben besonders stark unter dem Aufschwung von Google gelitten und an Reichweite verloren. Yahoo möchte seine Suchkompetenz mit der Übernahme des Google-Konkurrenten Overture erhöhen, um den Reichweitenverlust aufzuhalten. Unter den Zugangsdiensten weist die Mobilcom-Tochtergesellschaft Freenet die höchste Dynamik auf. Die Reichweiten der beiden Urgesteine T-Online und AOL sind dagegen schwächer als der Markt gewachsen. Die AOL-Tochtergesellschaft Compuserve hat in der Nutzergunst sogar kräftig verloren in den vergangenen zwölf Monaten.

          Teilnehmerzahl an Auktionen hat sich verdreifacht

          Direkte Käufe nehmen zu

          Das Internet bekommt als Vertriebskanal eine schnell wachsende Bedeutung. Direkte Käufe im Internet nehmen rasch zu. "Besonders beeindruckend ist der steile Anstieg der Teilnahme an Online-Auktionen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht hat", schreiben die Allensbach-Forscher. Zudem ist die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik, Medikamenten und Reisen kräftig gewachsen. Die Branchen mit den meisten Käufern sind weiterhin der Buchhandel, der Tourismus, Theater- und Konzertveranstaltungen sowie die Kleidung. Der Verkauf von CDs, Videos und Computern hat vergleichsweise geringe Wachstumsraten.

          Das Internet beeinflußt auch Käufe im stationären Handel immer stärker. Denn die meisten Nutzer informieren sich vor dem Kauf über Produkteigenschaften und Preise im Netz. Mit Ausnahme von Börsen- und Aktieninformationen ist der Zuwachs flächendeckend zu beobachten, haben die Forscher mit ihrer Umfrage herausgefunden. Besonders steil ist das Interesse an Informationen über Auktionen, Haushaltswaren, Medikamente und Unterhaltungselektronik angestiegen. Zum Beispiel informieren sich inzwischen 2,6 Millionen Menschen im Internet über Medikamente und medizinische Geräte. An Mode und Accessoires sind bereits 5,5 Millionen Surfer in Deutschland interessiert, hat Allensbach ermittelt.

          Zahlungsbereitschaft nur leicht gestiegen

          Die Zahlungsbereitschaft für Informationsangebote im Internet ist im Vergleich zum Vorjahr nur vergleichsweise leicht gestiegen. Eine wachsende Zahlungsbereitschaft haben die Forscher für Reiseinformationen, Warentests, günstige Warenangebote und Medikamente festgestellt. Die Bereitschaft, für Informationen aus Zeitungen zu zahlen, ist um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nur Börsentips und aktuelle Aktieninformationen verzeichneten eine fallende Zahlungswilligkeit.

          Die Forscher haben auch das mobile Internet untersucht. Rund 600000 Deutsche nutzen die Digitalkameras ihrer Handys. Rund 3,7 Prozent der Deutschen versenden multimediale Kurznachrichten (MMS) mit Hilfe ihres Mobiltelefons, haben die Forscher herausgefunden. Immerhin 6,3 Prozent der Bevölkerung nutzen die "Wap-Seiten" ihrer Mobiltelefone.

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