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Internet : Nur Stadtbewohner profitieren vom DSL-Wettbewerb

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Bild: F.A.Z.

In den Ballungszentren verlagern viele Kunden ihren Telefonanschluß weg von der Telekom zu Anbietern wie Arcor oder Hansenet. Der Anschluß ist billiger und meist auch schneller. Auf dem Land herrscht dagegen Telekom-Monokultur.

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          Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hat es auf den Punkt gebracht: Das Breitband-Internet hat den Mobilfunk als Wachstumstreiber der Telekommunikation abgelöst. Jeden Tag ordern rund 4000 Haushalte in Deutschland einen schnellen DSL-Internetanschluß. Weil der Markt für diese Breitband-Anschlüsse auf mehr als 3 Milliarden Euro in diesem Jahr wächst, drängen ständig neue Unternehmen in das Geschäftsfeld.

          Von dem wachsenden Wettbewerbsdruck und den fallenden Preisen profitieren vorwiegend die Menschen in den Städten. In den Ballungszentren verlagern viele Kunden ihren gesamten Telefonanschluß weg von der Telekom zu Anbietern wie Arcor, Hansenet, Versatel oder Tropolys. Diese Anbieter locken mit kräftigen Preisvorteilen: Wer zum Beispiel das Komplettpaket aus ISDN-Anschluß, DSL-3000Anschluß und DSL-Pauschaltarif bei Arcor bestellt, bezahlt dafür im Monat 50 Euro, während bei der Telekom und T-Online zusammen knapp 100 Euro im Monat fällig werden. Neben den Preisvorteilen können in diesem Jahr erstmals auch Geschwindigkeitsvorteile eine Rolle spielen: Arcor, Hansenet und Versatel wollen DSL-Geschwindigkeiten zwischen 4,5 und 6 Megabit je Sekunde anbieten, während die Telekom bisher nur 3 Megabit je Sekunde als Höchstgeschwindigkeit zur Verfügung stellen kann.

          Weit weniger Wettbewerb auf dem Land

          Weit weniger intensiv ist der Wettbewerb auf dem Land. Hier satteln alle Internet-Zugangsdienste auf den DSL-Anschluß der Deutschen Telekom auf, auch wenn sie den Anschluß inzwischen unter eigenem Namen verkaufen können. Da die Zugangsanbieter damit auch den DSL-Verkehr bei der Telekom einkaufen müssen und nicht komplett über ihr eigenes Netz leiten können, sind die Preise für das schnelle Internet weit höher als in den Städten.

          Peer Knauer, Präsident des Verbandes der Stadt- und Regio-Netzbetreiber (Breko), geht die DSL-Entwicklung auf dem Land viel zu langsam voran: "Der Ausbau von breitbandigen Internetzugängen - auch in noch nicht erschlossenen Gebieten - könnte deutlich stärker und schneller vorangehen, wenn es weniger Behinderungen für Infrastrukturanbieter geben würde und die Preise für die Vorleistung investitionsfreundlicher wären." Den Schlüssel zu einem schnelleren und möglichst flächendeckenden Ausbau von DSL sei die deutliche Absenkung des Preises für die gesamte Teilnehmeranschlußleitung. "Solange der Regulierer den Preis für die ,letzte Meile' nicht deutlich senkt, sind in Zeiten intensiven Preiswettbewerbs Investitionen in ländliche Gebiete wirtschaftlich kaum möglich", sagt Knauer.

          Preisvergleich lohnt sich

          Obwohl der Wettbewerb auf dem Land nur innerhalb einer engen Bandbreite möglich ist, lohnen sich Preisvergleiche. Das gilt vor allem für Neukunden, die erstmals einen DSL-Anschluß ordern. Während zum Beispiel Telekom und T-Online für die Einsteigerkombination aus DSL- 1000-Anschluß und Tarif mit 1500 Megabyte Übertragungsvolumen knapp 27 Euro im Monat verlangen, bietet GMX das gleiche Paket mit 2000 Megabyte für 20 Euro an. Ähnlich groß sind die Unterschiede in den Tarifen der Dauernutzer: Während Tiscali für ein Megabyte 1,09 Cent berechnet, verlangt T-Online mehr als 4 Cent. Die T-Online-Zweitmarke Congster, die sich allerdings nur an Wechselkunden wendet, liegt mit ihren Preisen im Mittelfeld.

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