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Internet : Neues W-Lan-Netz für Deutschland

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George Polk, Gründer und CEO von The Cloud Bild:

Fast hätte die Deutsche Telekom den Markt der lokalen Funknetze (W-Lan) im Alleingang erschlossen. Damit ist jetzt Schluß: Das Start-Up The Cloud, Marktführer in Großbritannien, will in Deutschland bis zu 10000 Hotspots aufbauen.

          Fast hätte die Deutsche Telekom den Markt der lokalen Funknetze (W-Lan) im Alleingang erschlossen. 4000 W-Lans haben die Bonner bereits in Deutschland aufgebaut, 8000 sollen es noch in diesem Jahr werden. Die Konkurrenz schien abgeschlagen. Doch mit dem Alleingang ist jetzt Schluß: George Polk, Gründer und Vorstandsvorsitzender des britischen W-Lan-Unternehmens The Cloud, will groß in den deutschen Markt einsteigen: "Wir werden in den kommenden Jahren zwischen 5000 und 10000 W-Lans in Deutschland aufbauen", sagte Polk dieser Zeitung. Noch in diesem Jahr will Polk eine signifikante Flächendeckung in Deutschland erreichen. Einen ersten Anbieter mit rund 300 Zugangspunkten hat Polk bereits gekauft; weitere Akquisitionen sollen folgen.

          Als großen Vorteil für sein Unternehmen sieht Polk das einfache Abrechnungsmodell an. "Kunden, die nur mal eben ihre E-Mails abrufen, wollen nicht 10 oder 20 Euro dafür ausgeben. Wir verlangen etwa 10 Cent je Minute", erläutert Polk.

          7 Prozent Wachstum in der Woche

          Das im Jahr 2002 gegründete Unternehmen hat in Großbritannien mehr als 5400 Funknetze aufgebaut, die einen Hochgeschwindigkeitszugang ins Internet ermöglichen. Jede Woche kommen mehr als 100 W-Lans hinzu. "Die W-Lan-Technik gilt als eines der am schnellsten wachsenden High-Tech-Segmente. Der Datenverkehr wächst um 7 Prozent in der Woche", sagte Polk, der seit dem vergangenen Jahr von den Risikokapitalgesellschaften 3i und Accel Partners unterstützt wird.

          Die Funknetze, die heute meist von Geschäftsleuten genutzt werden, die an Flughäfen oder Hotels ihre E-Mails abrufen möchten, werden nach seiner Meinung schon bald für Privatanwender interessant. "Tragbare Spielekonsolen wie die Sony Playstation, Mobiltelefone, MP3-Player oder Kameras werden schon bald Zugang zu den Funknetzen bekommen, da die notwendigen W-Lan-Chips sehr billig geworden sind", vermutet Polk. Auch die meisten Unternehmen werden die Funknetze einrichten, um ihren Mitarbeitern einen bequemen Internetzugang zu ermöglichen.

          Netzbetreiber im Hintergrund

          Das Geschäftsmodell von The Cloud unterscheidet sich von der Telekom: The Cloud baut nur die Funknetze auf und betreibt die Technik. Vermarktet werden die schnellen Internetzugänge aber von Mobilfunkanbietern oder Internetunternehmen wie BT und O2 in Großbritannien. In Deutschland verhandelt Polk mit einigen Unternehmen, hat aber noch keine Verträge abgeschlossen. Ein eigenes Management-Team soll nun in Deutschland Kunden anwerben.

          Als Hauptinteressenten sieht er die Mobilfunkanbieter, die ihren Kunden als Ergänzung zum Handynetz zusätzlich schnelles Internet anbieten wollen. Die Gefahr einer Kannibalisierung der teuren UMTS-Netze durch die W-Lans sieht Polk aber nicht. "Die Diskussion ist tot", meinte er. Vielmehr lohnt es sich für die Mobilfunker, große Datenmengen wie Computerspiele über W-Lans zu übertragen, um die UMTS-Netze nicht zu überlasten. "Die Mobilfunkanbieter haben viel mehr davon, wenn sie die Kapazität für kleinteiligen Datenverkehr wie MMS zur Verfügung haben", sagte Polk. Die Internettelefonie werde die Handynetze ebenfalls nicht kannibalisieren. "Internettelefonie über W-Lans bleibt eine Nische", vermutet er.

          „Monopole können sich nicht halten“

          Die exklusiven Verträge des Konkurrenten Telekom mit der Deutschen Bahn und dem Raststättenbetreiber Tank & Rast schrecken Polk nicht. "Diese Exklusivität wird keinen Bestand haben, wenn die Kunden einen anderen Zugang wollen", meint Polk. Außerdem könnten zum Beispiel Kooperationen mit den Tankstellen wie in Großbritannien den Zugang zu den Raststätten ermöglichen. "Monopole können sich in diesem Markt nicht halten."

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