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Internet : Mydoom richtet Milliardenschäden an

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Ein Viertel des weltweiten E-Mail-Verkehrs war zwischenzeitlich von dem Computerwurm infiziert. Während viele Unternehmen Computersysteme neu installieren mußten, steigt die Nachfrage nach Anti-Viren-Programmen.

          Der Internetwurm Mydoom hat sich schon eine Woche nach seinem ersten Auftauchen zur bislang größten Wurmattacke entwickelt. Der Computerwurm sucht auf infizierten Rechnern nach E-Mail-Adressen und sendet sich automatisch weiter, ohne daß der Anwender etwas davon bemerkt. Zwischen 20 und 30 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs war zwischenzeitlich mit dem Wurm infiziert. Das britische IT-Sicherheitsunternehmen MI 2 G schätzt den Schaden, den Mydoom bisher angerichtet hat, auf 38,5 Milliarden Euro. Mydoom überträfe damit den bisherigen Spitzenreiter Sobig, der im vergangenen Jahr bis zu 33 Milliarden Dollar Schaden angerichtet hat.

          "Mydoom ist sehr effektiv. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Wurm hohe Schäden angerichtet hat, ist sehr groß", sagte auch Volker Pampus von Internet Security Systems dieser Zeitung. Nach seiner Ansicht bestehen die Schäden, die Mydoom in Unternehmen angerichtet hat, vor allem aus Produktionsausfällen, zusätzlichen Wartungsarbeiten der Informationstechniker und einer Behinderung des Datenverkehrs im Internet. Außerdem müssen die millionenfach verschickten virenverseuchten E-Mails mühsam aus den Postfächern entfernt werden. Dabei ist Mydoom in seiner Ursprungsvariante für die infizierten Rechner nicht gefährlich. Die Computeranwender müssen sich jedoch Programme besorgen, die den Wurm wieder entfernen. In einigen Läden waren Antivirenprogramme daher ausverkauft. Der Antivirenspezialist Symantec verzeichnete rund 50 Prozent mehr Anfragen von Kunden als üblich.

          An geheime Informationen gelangen

          Neue Schwierigkeiten könnte jedoch die zweite Version Mydoom.B bereiten, die Hackern eine Hintertür zum Computersystem des Anwenders öffnet. Die Hacker können dann Tastatureingaben auf den Computern mitschneiden und auf diese Weise an geheime Informationen wie Paßwörter oder Kontendaten gelangen. "Um einen möglichen Mißbrauch zu verhindern, haben einige Unternehmen ihr System komplett neu installiert", sagte Olaf Lindner von Symantec. In den meisten Unternehmen hätten die Virenscanner die infizierten E-Mails jedoch erfolgreich an der Eingangspforte abgeblockt.

          Der bislang schädlichste Computerwurm

          Einen direkten Schaden hatte bisher nur das Softwareunternehmen SCO zu verzeichnen, dessen Internet-Seite am Sonntag Opfer einer sogenannten Denial-of-Service-Attacke des Wurms geworden ist. Hunderttausende infizierte Rechner richteten parallel Anfragen an die Internet-Seite, die dann unter der Last zusammenbrach. Auch am Montag war die Seite noch nicht erreichbar. Für den Dienstag ist eine ähnliche Attacke auf die Internet-Seite des weltgrößten Softwareanbieters Microsoft angekündigt. Mydoom.B breitet sich jedoch erheblich langsamer aus als die Ursprungsvariante. Nach Einschätzung des Antivirus-Spezialisten F-Secure ist die Spitze des Angriffs bereits überstanden. "Das Schlimmste ist vorbei. Aus einigen noch nicht geklärten Ursachen scheint der zweite Mydoom-Virus zu floppen" , sagte F-Secure-Direktor Mikko Hypponen.

          Fachleute beobachten seit einigen Monaten eine Zunahme der Computerviren wie Mydoom oder der Hackerangriffe im Internet. Virenprogrammierer versuchen zum Beispiel mit massenhaft verschickten gefälschten E-Mails an Kontendaten unvorsichtiger Internet-Nutzer zu kommen. "Die Banken sind alarmiert, da sie diese Massen-E-Mails nicht verhindern können. Allerdings ist mir bis heute kein Schadensfall in Deutschland bekannt", sagte Lindner. Zudem nehmen in Amerika die gezielten Angriffe auf Unternehmen zu, sagte Pampus. Die Motivation seien Industriespionage und die Suche nach verkäuflichen Informationen.

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