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Internet : Medion steigt in das Geschäft mit digitalen Inhalten ein

  • Aktualisiert am

Musik-Software soll künftig zum Aldi-Computer dazugehören Bild: dpa

Der Elektronikhersteller Medion, Lieferant der Aldi-Computer, kommt AOL und T-Online zuvor: Parallel zum Start seiner Download-Plattform bringt Medion den passenden digitalen Musikspieler auf den Markt.

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          Die Goldgräberstimmung ist in das Internet zurückgekehrt. Nachdem der amerikanische Computerkonzern Apple mit seinem Musik-Downloaddienst I-Tunes den Verkauf seines digitalen Musikspielers iPod in ungeahnte Höhen vorangetrieben hat, verkaufen inzwischen alle möglichen Unternehmen Musik im MP3-Format im Internet. Die Online-Dienste T-Online und AOL wollen im kommenden Jahr ebenfalls einen digitalen Musikspieler anbieten. Der Elektronikhersteller Medion, Lieferant der Aldi-Computer, ist ihnen aber zuvorgekommen: Parallel zum Start seiner Download-Plattform Medionmusic.com bringt Medion den passenden digitalen Musikspieler auf den Markt, der bis zu 5000 Titel speichern kann.

          „Musik ist für Medion der Einstieg in das Inhalte-Geschäft", sagte Medion-Managerin Martina Effmert in Frankfurt. In einem zweiten Schritt soll der Markt für Digitalfotografie angegangen werden. „Wenn sich der Markt öffnet, werden wir auch den Einstieg in das Filmgeschäft prüfen", sagte Effmert, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. Das Vertriebsmodell steckt noch in den Anfängen. Marktführer T-Online vertreibt nach eigenen Angaben täglich rund 1000 Filme im Internet. Auch Klingeltöne für Handys kann sich Medion vorstellen.

          Die nötige Software zum Herunterladen der Musikstücke soll künftig auf jedem verkauften Medion-Computer vorinstalliert sein. Mit Hilfe des Newsletters und der Kontakte zu Altkunden, die über die Garantieleistungen zustande gekommen sind, sollen auch die aktuellen Medion-Kunden für den neuen Dienst gewonnen werden. „Wir setzen auf die Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Hardware soll dabei als Multiplikator für die Gründung einer Community dienen", sagte Effmert. Im kommenden Jahr soll die Plattform auch in Großbritannien, den Niederlanden und in Skandinavien freigeschaltet werden.

          450.000 Titel in der Datenbank

          Zum Start sind 450.000 Titel in der Datenbank. „Bis Mitte des kommenden Jahres soll die Zahl der Titel auf eine Million wachsen", sagte Effmert. Neben den fünf großen Musikkonzernen Bertelsmann Music Group, EMI, Universal, Warner Music und Sony sollen die Stücke unabhängiger Anbieter verfügbar sein.

          Die einzelnen Musikstücke sollen zwischen 0,89 und 1,35 Euro kosten und liegen damit leicht unter den Preisen der Konkurrenten. „Wir betreiben keine Quersubventionierung der Downloads durch den Gerätepreis. Eine große Marge ist allerdings dabei nicht drin", sagte Effmert. Als Bezahlsysteme werden Firstgate und Worldpay eingesetzt.

          Entwickelt wurde das Musikdownload-Portal gemeinsam mit dem Telekommunikationsunternehmen Cable & Wireless, das die technische Infrastruktur betreibt, und der auf digitale Vertriebstechnologien spezialisierten Firma 24/7 Musicshop.

          Der Napster-Pionier ist zurück

          Die großen Download-Plattformen verkaufen jeden Monat mehrere hunderttausend Titel im Internet. Die plötzliche Attraktivität des Online-Musikgeschäftes hat sogar den Pionier Shawn Fanning wieder ins Rampenlicht zurückgetrieben. Fanning, der einst die Tauschbörse Napster erfunden hat, hat das Unternehmen Snocap gegründet. Snocap soll Tauschbörsen die friedliche Kooperation mit den Musikkonzernen ermöglichen. Stücke, die in Tauschbörsen eingestellt werden, sollen künftig klassifiziert und mit einem Rechtsschutz ausgestattet werden. Dann lassen sich Stücke in Tauschbörsen verkaufen. „Ich glaube nicht, daß die Nutzer vom Tauschkomfort wieder weggehen werden", sagte Fanning. Denn trotz des Erfolges der legalen Download-Plattformen ist der Umfang des freien Musiktausches im Internet immer noch weit größer.

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