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Internet : Europa macht Google Konkurrenz

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Mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag wollen Deutsche und Franzosen die Internet-Suchmaschine Quaero als Konkurrenz zu Google aufbauen. Auf deutscher Seite arbeiten Bertelsmann, Siemens und Lycos Europe an der Entwicklung mit.

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          Deutschland und Frankreich sind auf der Suche nach Unternehmen für die Entwicklung der gemeinsamen Internetsuchmaschine Quaero vorangekommen. Nach Informationen dieser Zeitung wird in Deutschland die Bertelsmann-Tochtergesellschaft Empolis die Quaero-Entwicklung koordinieren, obwohl das Unternehmen eine federführende Funktion zunächst abgelehnt hatte. Daneben werden die Unternehmen Siemens, Lycos Europe, die Deutsche Thomson-Brandt, Mediasec Technologies und Grassvalley Germany an dem Projekt mitarbeiten. Von Seiten der Wissenschaft sind das deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung, die Universität Karlsruhe und die RWTH Aachen beteiligt.

          Lycos statt T-Online

          Die Initiative für Quaero ging vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac aus, der im vergangenen Frühjahr Altbundeskanzler Gerhard Schröder für das Projekt gewann. "Wir brauchen Quaero, die erste wahre multimediale Suchmaschine, um die globale Herausforderung von Google und Yahoo anzunehmen", sagte Chirac damals. Anders als die Franzosen hatten die Deutschen aber Schwierigkeiten, Unternehmen für das Projekt zu begeistern. Kurz vor dem deutsch-französischen Gipfel in dieser Woche übten die Franzosen daher kräftigen Druck aus, schnell geeignete Unternehmen zu finden. Die Deutsche Telekom war zunächst beteiligt, will nun aber keine aktive Rolle mehr spielen. Die Telekom-Tochtergesellschaft T-Online nutzt selbst die Suchmaschine Google in ihrem Internetportal. Statt dessen bringt nun Lycos Europe das Wissen um die Suchtechnik in das Projekt ein. Großaktionär von Lycos Europe ist ebenfalls Bertelsmann. In Frankreich steht der Elektronikkonzern Thomson schon einige Zeit als Konsortialführer fest.

          Konkurrenz zu Google

          Die Suchmaschine soll als Konkurrenz zu den amerikanischen Marktführern Google, Yahoo und Microsoft aufgebaut haben, die auch in Europa den Markt weitgehend beherrschen. Quaero soll nicht nur Texte, sondern auch Musik oder Bilder finden. Die Suchergebnisse sollen auf Computern, Mobiltelefonen und Fernsehen in mehreren Sprachen angezeigt werden können. Mit diesen Funktionen wäre Quaero den bisherigen Anbietern, die zusammen schon mehrere Milliarden Dollar in die Suchtechnik investiert haben, überlegen. In den Internetforen wird das Projekt aber skeptisch gesehen, denn bei Google oder Yahoo arbeiten mehrere tausend Softwareentwickler an der stetigen Verbesserung der Suchmaschinen.

          Finanziert wird die Entwicklung mit öffentlichen Fördermitteln, obwohl noch keine Entscheidung über die Höhe der Mittel getroffen ist. Wahrscheinlich wird es sich auf deutscher Seite um einen unteren zweistelligen Millionenbetrag handeln, mit dem die Entwicklungsleistungen der Unternehmen bezahlt werden. Die Mittel werden wohl den Haushalt 2007 belasten. Das Projekt muß noch bei der EU-Kommission angemeldet werden.

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