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Internet : Duell der Titanen

  • -Aktualisiert am

Google will Herrscher des Internets werden Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Im Silicon Valley herrscht Hochspannung wie seit Jahren nicht mehr. Yahoo und Google, die beiden Titanen der Internetwirtschaft, haben einen atemraubenden Konkurrenzkampf um die Herrschaft im Internet begonnen.

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          Im Silicon Valley herrscht Hochspannung wie seit Jahren nicht mehr. Yahoo und Google, die beiden Titanen der Internetwirtschaft, haben einen atemraubenden Konkurrenzkampf um die Herrschaft im Internet begonnen. Beinahe im Wochenrhythmus starten die beiden Unternehmen neue Produkte oder Programmversionen, kaufen Unternehmen, heuern Mitarbeiter an oder treten in neue Märkte ein. Zur Zeit liefern sich die Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Pionier Yahoo verdient mehr und hat große Vorsprünge in den Geschäftsfeldern Kommunikation und Medien herausgearbeitet. Google dagegen wächst schneller, dominiert die Suche im Netz und ist zudem der Liebling an der Börse. Die Entscheidung über den Sieg rückt näher, denn die beiden Unternehmen dringen nun mit Macht in die bisherigen Domänen des Konkurrenten ein.

          "Social Web"

          Yahoo hat den Anfang gemacht. Als der Vorstandsvorsitzende Terry Semel im Jahr 2001 den Yahoo-Chefposten übernahm, lag das Unternehmen am Boden. Heute führt Yahoo die "Fortune"-Liste der Unternehmen mit dem schnellsten Wachstum der vergangenen drei Jahre an und verdient prächtig mit Werbung im Internet. Doch das reicht Yahoo nicht. Semel und Jerry Yang, Gründer und oberster Stratege im Unternehmen, haben inzwischen mehrere Milliarden Dollar in Suchtechnik, Bilderdienste und Kommunikation investiert, um Yahoo zum dominanten Medienunternehmen des 21. Jahrhunderts aufzubauen.

          Aus Hollywood zu Yahoo gekommen: Terry Semel
          Aus Hollywood zu Yahoo gekommen: Terry Semel : Bild: AP

          Semel hat dafür viele erfahrene Medienprofis wie den ABC-Television-Chef Lloyd Brown angeheuert, der heute das riesige Mediencenter von Yahoo im kalifornischen Santa Monica leitet. "Der entscheidende Unterschied zu den Medienunternehmen des 20. Jahrhunderts ist die Technologie. Die Menschen stellen sich ihr Medienprogramm künftig aus einem riesigen Angebot selbst zusammen. Die Suche nach den Inhalten stellt daher die kritische Anwendung für Medienunternehmen dar", sagt Jeff Weiner, einer der Köpfe hinter der Suchtechnik bei Yahoo. Weiner erwartet einen Paradigmenwechsel für Medienunternehmen: Die Menschen konsumieren nicht nur die Inhalte, die ihnen Zeitungen, Fernsehsender oder Musikkonzerne vorsetzen, sondern sie produzieren ihre eigenen Inhalte. Millionen Nutzer - sogenannte Micropublisher - schreiben heute Tagebücher (Weblogs), produzieren persönliche Radiosendungen (Podcasts), arbeiten am Online-Lexikon Wikipedia mit, publizieren ihre privaten Fotos in Bilderdiensten wie Flickr oder stellen anderen ihre Musik oder Filme zur Verfügung.

          Micropublisher

          Dieses persönliche Internet steckt in Deutschland noch in den Anfängen, bestimmt in Amerika aber längst die Diskussion um die Zukunft des Netzes. "Social Web" heißt daher das Zauberwort in den Forschungslabors von Yahoo. "Wegen der vielen Micropublisher explodiert die Informationsfülle im Internet. Wir wollen den Nutzern daher die Möglichkeit geben, ihre persönliche Suche zu erstellen", sagt Weiner, der mit Semel vom Hollywood-Studio Warner Brothers zu Yahoo gewechselt ist. "My Web 2.0" heißt das ambitionierte Projekt, das Information und Unterhaltung aus dem öffentlichen Internet mit Inhalten aus dem persönlichen Umfeld des Nutzers kombinieren soll. Die dahinterstehende Strategie ist ebenso ambitioniert: Yahoo möchte die Spinne im Netz werden, in der allen Fäden zusammen laufen.

          Geld will das Unternehmen damit natürlich auch verdienen: "Wir wollen die weltweit wertvollste und vertrauenswürdigste Sucherlebnis für Nutzer, Publisher und Werbetreibende bieten", lautet die Mission. Kontextbezogene Werbung soll also auch im "My Web 2.0" ein wichtiges finanzielles Standbein bilden.

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