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Internet : Der digitale Graben trennt Stadt und Land

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Bild: F.A.Z.

58 Prozent der Deutschen nutzen inzwischen das Internet, aber die regionale Verteilung der Onliner schwankt immer noch stark. Im Umkreis großer Städte ist die Internetnutzung besonders hoch, in schwach entwickelten Gebieten sehr gering.

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          58 Prozent der Deutschen nutzen inzwischen das Internet, aber die regionale Verteilung der Onliner schwankt immer noch stark. Generell ist die Nutzung in Städten höher als auf dem Land, hat der (N)Onliner Atlas 2006 der Initiative D21 und TNS Infratest ergeben. Die Spitzenregionen in Deutschland liegen meist in unmittelbarer Nähe der Großstädte wie die Postleitzahlgebiete 85 (zum Beispiel Freising bei München), 61 (Bad Homburg bei Frankfurt) und 71 (Ludwigsburg bei Stuttgart). Ganz am Ende rangieren die Postleitzahlgebiete 08 (Erzgebirge), 66 (Saarland) sowie die Postleitzahlgebiete 16 und 19 in Mecklenburg-Vorpommern mit Städten wie Schwerin oder Neuruppin. Dieses Stadt-Land-Gefälle hat keine technischen Ursachen, da alle Anschlußgeschwindigkeiten berücksichtigt wurden.

          Breitband macht den Graben größer

          Der digitale Graben zwischen Stadt und Land wird größer, wenn die Anschlußdichte mit Breitbandzugängen wie dem schnellen DSL betrachtet wird. In dieser Reihenfolge liegen die Regierungsbezirke Darmstadt, Düsseldorf und Hamburg vorne, während die neuen Bundesländer weit unter dem Durchschnitt liegen. Werden jetzt noch die verschiedenen Anschlußgeschwindigkeiten berücksichtigt, wird der Graben nochmals tiefer. In Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart hat die Deutsche Telekom ihr neues VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz gerade in Betrieb genommen. Darin werden Daten mit 25 und später mit 50 Megabit je Sekunde übertragen. Das ist etwa 1000 Mal schneller als eine normale Modemverbindung und 780 Mal schneller als eine ISDN-Verbindung. Diese Geschwindigkeitsunterschiede sind inzwischen zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Freiberufler, die auf schnelle Verbindungen angewiesen sind, meiden inzwischen die DSL-freien Gebiete. Auch Baugebiete lassen sich heute weit besser vermarkten, wenn DSL-Anschlüsse möglich sind.

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          Letzte Hoffnung Fernsehkabel

          Hoffnung für diese Regionen machen die Fernsehkabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland, die ihre Netze auch für Internetnutzung und Telefonie aufrüsten. Ende des Jahres will Kabel Deutschland in 800 Städten und Gemeinden acht Millionen Haushalte an sein Netz angeschlossen haben. Bis Ende kommenden Jahres sollen es 980 Städte sein. Daneben gibt es auch Satellitenanbieter wie Teles, die zumindest ein schnelles Herunterladen der Dateien aus dem Internet ermöglichen. Zudem experimentieren Anbieter mit Funktechniken wie Wimax, die in ländlichen Gebieten den fehlenden DSL-Anschluß ersetzen können.

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