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Internet : CTS Eventim konkurriert bei Konzertkarten mit Ebay

Für „The Boss” sind Tickets bis zu 24 Stunden vor dem Konzert zu ersteigern Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

CTS Eventim wird in der dritten Septemberwoche zu einem Konkurrenten von Ebay. Der Vermarkter von Eintrittskarten startet eine Plattform zum Wiederverkauf von Tickets. Die Höhe der Verkaufsprovision steht noch aus.

          Der in Europa führende Vermarkter von Eintrittskarten für Konzert-, Theater- und Sportveranstaltungen, die CTS Eventim AG, wird in der dritten Septemberwoche zu einem Konkurrenten des Internet-Auktionshauses Ebay. „Dann werden wir unsere eigene Plattform zum Wiederverkauf von Tickets eröffnen“, sagte CTS-Vorstandsvorsitzender Klaus-Peter Schulenberg im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Angebot startet damit pünktlich vor den nächsten beiden Bruce-Springsteen-Konzerten in Hamburg und Köln und der kommenden Tournee von Shakira.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Es handelt sich um einen interessanten Markt: Auf der deutschen Internetseite von Ebay werden nach Angaben von Schulenberg schon jetzt rund eine Million Tickets im Jahr weiterverkauft. Ebay selbst äußert sich zu solchen Zahlen nicht. Eine Sprecherin bestätigte aber, daß das Segment der Ticketauktionen im vergangenen Jahr zu den drei wachstumsstärksten von Ebay Deutschland gehört habe.

          „Fansale.de“ als Anlaufadresse

          Das Angebot von CTS Eventim wird künftig unter der Internetadresse „fansale.de“ zu erreichen sein und nach den Angaben von Schulenberg auch in den europäischen Ländern funktionieren, in denen sein Unternehmen schon jetzt ebenfalls als Erstverkäufer von Eintrittskarten aktiv ist. Die technische Plattform wurde von den 40 hauseigenen CTS-Softwareentwicklern selbst entwickelt, was Schulenberg als großen Wettbewerbsvorteil betrachtet.

          Auf vielen Feldern am Ball: CTS-Chef Schulenberg

          Die Plattform baut technisch auf dem Portal auf, das CTS Eventim zur Fußballweltmeisterschaft zum Weiterverkauf von Eintrittskarten installiert hatte. Im Rahmen der Fußball-WM hatte CTS den Verkauf der rund 3,2 Millionen Stadiontickets abgewickelt. Rund 7 Prozent der Tickets wurden über die entsprechende Internet-Plattform von CTS weiterverkauft.

          CTS wird Kartenechtheit garantieren

          Beim Weiterverkauf von Eintrittskarten für Musikkonzerte, Sportveranstaltungen oder sonstige Veranstaltungen wird CTS nach den Worten von Schulenberg die Echtheit der Eintrittskarten garantieren: „Das ist für uns kein Problem, da wir ohnehin das Unternehmen sind, das die Karten produziert.“ Die weiterverkauften Tickets werden von CTS mit einem neuen Barcode versehen, der bei der elektronischen Eingangskontrolle am Veranstaltungsort entsprechend erkannt wird. Denn die Fälschung von Eintrittskarten, die über das Internet gekauft und am heimischen Computerdrucker ausgedruckt werden, ist grundsätzlich leicht.

          Im Gegensatz zu Karten aus Papier mit Hologrammen oder besonderen Prägungen sind sie nicht fälschungssicher. Ihr einziges Erkennungsmerkmal ist der Barcode. Und der Anteil der Tickets, die über das Internet bestellt und ausgedruckt werden, soll nach den Angaben von CTS im kommenden Jahr 50 Prozent erreichen.

          Jeder Code wird nur einmal akzeptiert

          Zum Eintritt in eine Veranstaltung wird jeder Code nur einmal zugelassen. Wer denselben Code ein zweites Mal benutzen will, bleibt draußen, was nach den Worten von Schulenberg jüngst 2500 Fans bei einem Depeche-Mode-Konzert geschehen ist. „Und diese Karten wurden über Ebay ersteigert“, sagt Schulenberg. Bei Ebay wird darauf verwiesen, daß auch beim Ticketverkauf die grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen für den Handel über das Online-Auktionshaus beachtet werden sollten. So gelte es, die Bewertungen vorheriger Kunden des Verkäufers im Auge zu behalten und sich für eine sichere Zahlungsmethode zu entscheiden.

          Auf der neuen Internetplattform Fansale können die Kunden die Eintrittskarten entweder zum Festpreis oder im Rahmen einer Auktion verkaufen. Das Unternehmen wickelt sowohl die Online-Zahlung als auch die Versandvorbereitung ab. Das Ticket wird von DHL an der Haustür des Verkäufers abgeholt, die Sendung kann danach über das Internet weiterverfolgt werden. Fansale wird keine Einstellgebühr verlangen. Die Provisionen werden sich nach den Worten von Schulenberg allein am Verkaufspreis orientieren, ihre Höhe steht noch nicht fest.

          Ebay: Wettbewerb belebt das Geschäft

          In den Vereinigten Staaten sind bei vergleichbaren Angeboten Provisionen von zehn Prozent für den Käufer und 15 Prozent für den Verkäufer üblich. Die Karten können auch noch einen Tag vor dem Konzertbeginn verkauft und dem Käufer pünktlich zugestellt werden. Die Auszahlung des Verkaufserlöses erfolgt erst nach der Zustellung des Tickets, was die Sicherheit für den Käufer erhöhen soll.

          Ebay reagiert auf den Vorstoß von CTS gelassen. Man sehe darin keine Gefahr und auch keine Notwendigkeit zu reagieren. „Wettbewerb belebt das Geschäft“, sagte die Sprecherin.

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