https://www.faz.net/-gqe-vdl6

Internet-Banking : Mehr Online-Konten werden geplündert

  • Aktualisiert am

Die Tricks werden immer raffinierter Bild: dpa

Bei Online-Bankgeschäften kommt es nach Branchenangaben zu immer mehr kriminellen Zugriffen auf Kontodaten. Im vergangenen Jahr ist die Zahl betrügerischer Attacken um 23 Prozent auf mehr als 3250 Fälle gestiegen.

          Die Zahl der Deutschen, deren Online-Bankkonten mit gestohlenen Passwörtern geplündert wurden, ist im vergangenen Jahr um 23 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) haben Betrüger in 3250 Fällen rund 13 Millionen Euro von den Konten ihrer Opfer abgehoben. Der durchschnittliche Schaden beim Phishing betrug 4000 Euro, legt aber in diesem Jahr weiter zu. „Auch die Zahl der Phishing-Opfer wird dieses Jahr um rund ein Viertel steigen“, sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. Bei mehr als 20 Millionen Online-Konten in Deutschland fallen damit 0,016 Prozent aller Kontoinhaber auf die Internetbetrüger herein.

          Deren Tricks werden immer raffinierter. Nur noch zehn Prozent der Schäden gehen auf gefälschte E-Mails zurück, in denen die Nutzer zur Eingabe ihrer Kontodaten aufgefordert werden. Zunehmend werden Spionageprogramme („Trojaner“) eingesetzt, die unbemerkt auf die Rechner der Nutzer geschleust werden und dort Passwörter ausspionieren oder Tastatureingaben mitschneiden. Die Banken haben neue Sicherheitsverfahren wie das iTan-Verfahren eingeführt, das einzelnen Banktransaktionen spezielle Nummern zuweist.

          Methoden zur Überlistung des iTan-Verfahrens

          Allerdings haben die Betrüger, die nach Angaben der Anti-Phishing Working Group vor allem aus den Vereinigten Staaten, aus China, Russland, Korea und Deutschland stammen, inzwischen Methoden zur Überlistung des iTan-Verfahrens. Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens PPI ist die Angst vor Phishing der wichtigste Grund für Bankkunden, auf Online-Banking zu verzichten. Hinzu kämen ungeklärte Haftungsfragen bei Online-Betrug sowie die Angst vor Viren, Würmern und Trojanern. Bitkom-Chef Bonn fordert daher ein Gesetz gegen Phishing. Bislang ist der Kontodaten-Diebstahl nicht eindeutig verboten. Die Polizei kann nur aktiv werden, wenn ein Schaden vorliegt. Bonn fordert, schon der Versuch müsse hart bestraft werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.