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Informationstechnik : Hewlett Packard ist Dell auf den Fersen

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HP hat die Quartals-Prognose übertroffen Bild: Hersteller

Ein Sanierungsprogramm und hohe steuerliche Belastungen im Vorjahr lassen den Computerkonzern Hewlett Packard gut aussehen: Bei der Vorlage der Quartalszahlen konnte Unternehmenschef Hurd eine kräftige Gewinnerhöhung präsentiern.

          Die Hewlett-Packard Company (HP), der zweitgrößte Computerkonzern der Welt, hat im dritten Quartal und den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 den Gewinn massiv erhöht und gegenüber dem Konkurrenten Dell Boden gutgemacht.

          Im Jahr zuvor hatte es für HP allerdings sehr hohe steuerliche Sonderbelastungen gegeben - ein Sondereffekt, der die Zahlen damals schlecht aussehen ließ und die Zahlen des laufenden Jahres in ein vergleichsweise gutes Licht rückt. Die Steuern waren im Vorjahr wegen der Repatriierung von Auslandsgewinnen des Unternehmens in einer Gesamthöhe von 14,5 Milliarden Dollar fällig gewesen.

          Operative Gewinne kräftig erhöht

          Die operativen Gewinne der Gesellschaft erhöhten sich in allen Sparten kräftig. HP ist nach Dell der zweitgrößte PC-Anbieter. Die Gesellschaft mit Sitz in Palo Alto ist außerdem der globale Marktführer bei Druckern. Sie bietet auch eine breite Palette von Servern, Speicherprodukten, Dienstleistungen und Software an.

          HP steigerte den Gewinn in dem am 31. Juli beendeten Quartalsabschnitt auf 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) gegenüber nur 73 Millionen Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluß verkündete. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 48 Cent (Vorjahresvergleichszeit: drei Cent).

          1.900 Jobs fielen weg

          Unternehmenschef Mark Hurd hatte im laufenden Quartal 1.900 Stellen gestrichen. Dies geschah im Rahmen eines größeren Sanierungsplans. Die Kostenersparnis soll es für HP möglich machen, Konkurrent Dell bei den Preisen zu unterbieten und das eigene Unternehmen profitabler zu machen. „Daran gibt es nichts zu kritisieren“, sagte Michael Shinnick, ein Portfolio-Manager der First Source Bank, dessen Fonds 114.000 Hewlett-Packard-Aktien enthalten. Hurd habe „getan, was er tun mußte“, so Shinnick.

          Der Quartalsumsatz stieg um fünf Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren erhöhte sich der Gewinn je Aktie auf 52 (36) Cent, während die Wall Street nur 48 Cent erwartet hatte. Konzernchef Mark Hurd verwies auf die höheren Gewinnmargen.

          Druckersparte weiterhin lukrativ

          Der Quartalsumsatz erhöhte sich in Nord- und Südamerika um acht Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar, in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum um sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar.

          Der PC-Umsatz legte deutlich um acht Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar zu und der operative Gewinn der PC-Sparte von 163 auf 275 Millionen Dollar. Die lukrative Druckersparte steigerte den Umsatz um fünf Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar und den operativen Quartalsgewinn auf 884 (771) Millionen Dollar.

          Umsatz steigt auch bei Speicherprodukten und Servern

          Bei Speicherprodukten und Servern gab es einen Umsatzanstieg um drei Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 296 (147) Millionen Dollar. Die Dienstleistungssparte legte um ein Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zu und erhöhte den operativen Gewinn auf 364 (256) Millionen Dollar.

          HP rechnet für das Schlußquartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatz von 24,1 Milliarden Dollar und mit einem Gewinn von 57 bis 59 Cent je Aktie. Im Gesamtjahr dürfte der Gewinn bei 2,14 bis 2,16 Dollar liegen.

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